Full text: Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

da auf seinem Markte 25% Ellen Leinen denselben Wert haben, 
wie vorher 17 Ellen Leinen. 
Im zweiten Falle!) ?) steigt laut Mill die Nachfrage Englands 
von 1000X17 Ellen Leinen vorher auf mehr als 1000 X 25% Ellen 
Leinen. England wird dann den Preis des Tuches senken müssen, 
um die gewünschte Menge Leinen zu erhalten, z. B. auf 10:21. 
Der Ausgleich der korrespondierenden Mengen ist dann hergestellt. 
Im dritten Falle®) steigt die Nachfrage Englands in einem 
nicht ebenso großen Verhältnis wie die Verbilligung, d. h. England 
wird weniger als 1000X25% Ellen Leinen begehren. Das Gleich- 
gewicht der Mengen ist dann nur erreichbar, wenn Deutschland 
mehr als 25% Ellen Leinen für 10 Ellen Tuch anbietet. 
Im vierten Falle*) steigt die Nachfrage sowohl Englands 
wie Deutschlands in einem gleichmäßigen, aber abnehmenden 
Verhältnis zur Verbilligung (nach Mill beträgt die Abnahme */,0)- 
Die Folge ist hier die Reduktion der angebotenen Mengen beider 
Länder auf 900000 Tuch für England, das sonst 1000000 hätte 
herstellen können, auf 1440000 Leinen für Deutschland, das 
1600000 hätte anbieten können. 
Dies genügt für unsere Zwecke. Wir sehen deutlich, wie Mill 
von seiner „Kapital-Theorie‘““ der Nachfrage abweicht. Er gibt 
das am Schluß seiner Untersuchungen auch selbst zu®), indem er 
anerkennt, daß schließlich die Menge der freigesetzten Kapitalien 
(produktiven Kräfte) von der Nachfrage abhängig sein muß®). 
Betrachten wir diese „Kapital-Theorie‘“ genauer, So stellt sich 
heraus, daß sie in der Tat nichts anderes besagt, als das Gesetz 
der komperativen Kosten schon enthält. Denn, wenn Mill die 
Größen n und m nur in den Grenzen n = m und n = 2 m schwanken 
Jäßt, so heißt das, daß außerhalb dieser Grenzen die Eigenproduktion 
der Länder beginnt. In Zahlen ausgedrückt: Ist 1000000 Tuch- 
angebot Englands = 2 Millionen Leinenangebot Deutschlands 
(n= m), so kann Deutschland ebensogut zur Eigenproduktion 
ı) Vgl. Mill, a. a. O. S. 139. 
2) Vgl. hierzu Fig. 4 des Exkurses. 
3) Vgl. ebenfalls Mill, a. a. O0, S. 139 und Fig. 4 des Exkurses. 
4) Vgl. Mill, S. 149. Diesen Fall bringt Mill in der ersten Reihe seiner Bei- 
spiele nicht, er entspricht also ganz der Fig. 5 des Exkurses. 
5) Vgl. Exkurs Text zu Fig. 5. 
6) Vgl. Mill, S. 150. Bezeichnend ist vor allem der bekannte Satz: „Whatever 
proportion of its (des betreffenden Landes) collective income it expends in purchases from 
abroad that same proportion of its capital is left wıthout a home market for its productions.*“* 
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