Full text: Nationalökonomie (Teil 1)

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liche Thätigkeit beschränkt sich auf Okkupation. Mit zunehmender 
Volksdichtigkeit wird allmählich mehr Arbeit auf jedes Objekt auf- 
gewendet, aber noch im Beginne der neueren Zeit spielt das Kapital 
aur eine unbedeutende Rolle, weiches hauptsächlich im Laufe dieses 
Jahrhunderts mehr und mehr das Uebergewicht gewonnen hat. Dies 
ist auch in den einzelnen Gewerben zu verfolgen. 
Jeberwiegen Die Landwirtschaft ist zunächst eine ganz extensive. In der 
N er rohsten Weise wird die Erdoberfläche aufgeritzt, das Getreide hinein- 
Külturstufe, gesäet und das weitere der Natur überlassen, bis die Ernte reif ist. 
Allmählich wird der Acker sorgfältiger behandelt und besonders tiefer 
and öfter gepflügt, zum ganzen landwirtschaftlichen Betriebe werden Ma- 
schinen zu Hilfe gezogen, den aufkeimenden Pflanzen eine gewisse Pflege 
zugewendet, das Wachstum durch reichlichen Dünger unterstützt, ein kost- 
varer Viehstand wird in wertvollen Gebäuden gehalten, und somit immer 
mehr Arbeit und ein erhebliches Kapital mit der Wirtschaft verbunden. 
In der gleichen Weise vollzieht sich der Uebergang vom Hand- 
werk zum Fabrikbetriebe durch erweiterte Anwendung von Kapital. 
Was bei dem ersteren die menschliche Hand allein vermittels eines 
Werkzeuges vollzieht, wird in der Fabrik durch Maschinen, die wieder 
durch Motorkraft in Gang gesetzt werden, vielfach weit besser und 
vor allem billiger erreicht. Gerade das Eingreifen des Kapitals in 
das Gewerbe hat die Umgestaltung der Technik und die wirtschaftliche 
und soziale Revolution herbeigeführt, in der wir uns noch gegenwärtig 
vefinden. Man braucht nur an den Uebergang von der Spindel zum 
Spinnrad, von diesen zur Spinn-Jenny, von dem Handdruck zur König- und 
Bauerschen Schnellpresse und schließlich zur Walterschen Walzendruck- 
maschine zu denken, um sich diese Entwickelung zu vergegenwärtigen, 
Auch der Handel zeigt dieselbe Erscheinung, indem ursprünglich 
der Kaufmann seine Ware selbst überall hin begleitet, um sie abzu- 
setzen, wie noch jetzt im Innern von Afrika, während in der neueren 
Zeit vermittels Dampfschiff und HEisenbahn, ergänzt durch Post und 
Telegraphen, der Umsatz im größten Maßstabe durch verhältnismäßig 
wenig Menschen geschieht, und die Waren von einzelnen Brennpunkten 
aus in alle Himmelsgegenden hin dirigiert werden. 
$ 18. 
Das Eigentum. 
Befugnisse 
les Eigen- 
4 mers. 
Thiers, La propriete. Paris 1848, 
Laveleye, De la propriete et de ses formes primitives. Paris 1874. In Ueber- 
setzung von Bücher. 
Staatswörterbuch von Bluntschli u. Brater. Art. Eigentum von Bluntschli. 
Zeitschrift für die ges. Staatsw., 1877, Art. von Weisz. 
4d. Wagner, Allgem. Volkswirtschaftslehre. Grundlegung. Leipzig 1894. 
2, Kap. 
Samter, Das Eigentum in seiner sozialen Bedeutung, Leipzig 1879. 
Handwörterbuch der Staatswissenschaften, 2. Aufl. Art. Eigentum von Stammler. 
R. Hildebrand, Recht und Sitte, Jena 1896. 
Samuel Revay, Grundbedingungen der gesellschaftlichen Wohlfahrt. Lpzg. 1902. 
Das Eigentum ist die rechtliche Herrschaft einer Person über 
wirtschaftliche Güter. Es schließt das Recht ein: 1. das Gut zu ge- 
brauchen, oder auch es nicht zu benutzen, eventuell es zu zerstören, 
2. es zu verschenken und durch freie Verträge über dasselbe zu ver- 
üigen, resp. es zu vererben. Dieses Recht ist aber niemals ein abso- 
utes gewesen. sondern stets mehr oder weniger beschränkt durch Sitte
	        
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