und reiste nach England, um sich die Vergebung sämt-
licher englischen, französischen und russischen Mu-
nitionsbestellungen zu sichern. Er wurde auch offiziell
zum Agenten der englischen Regierung ernannt. Von
allen durch ihn in den Vereinigten Staaten ver-
gebenen Kriegsmaterialaufträgen bekam Morgan 2%
Provision zugesichert. Um welche Summen es sich
dabei handelte, ersieht man daraus, daß die Alliierten
bis zum November 1915 bereits Aufträge im Gesamt-
werte von etwa 2 Milliarden Doliar nach den Ver-
einigten Staaten vergeben hatten, woraus Morgan also
eine Provision von 40 Millionen Dollar erhalten hatte.
Welchen Wert man in England auf das. Zusammen-
arbeiten mit ihm legte, zeigen die Ausführungen, die
Lloyd George am 25. Juni 1915 im englischen Unter-
haus machte:
„In Anbetracht der Wichtigkeit der amerikanischen
und kanadischen Märkte haben wir Herrn D. A.
Thomas gebeten, nach drüben zu gehen. Er wird die
Kontrolle ausüben über die Herstellung von Munition
in den Vereinigten Staaten und in Kanada und erhält
weitgehende Vollmachten. Herr Thomas wird mit den
Agenten unserer Regierung in den Vereinigten Staaten
zusammenarbeiten. Es besteht nicht die geringste Ab-
sicht, die drüben bestehenden Agenturen beiseite zu
schieben. Diese Agenturen haben bewunderungs-
würdige Arbeit geleistet und, wie ich glaube, unserem
Lande Millionen erspart. Er (Thomas) wird mit den
Herren Morgan & Co., den akkreditierten Agenten der
englischen Regierung, zusammenarbeiten.“
Nun hieß es, die bisher nicht besonders ausgedehnte
amerikanische Rüstungsindustrie auszubauen, Auch
das tat Morgan, zusammen mit Charles Schwab von
den Bethlehem-Werken, Zwei große Trusts waren die
Hauptlieferanten von Munition und sonstigem Kriegs-
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