fullscreen: Amerikas internationale Kapitalwanderungen

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tic und Great Western Eisenbahn. Die größten Umsätze 
fanden in den beiden letztgenannten Aktien statt, die gerade 
Ende der sechziger Jahre große Kursschwankungen auf- 
wiesen, Die Atlantic- und Great Western Bahn kam 1867 
unter Zwangsverwaltung, um dann reorganisiert zu werden, 
die Eriebahn in demselben Jahr unter die Kontrolle Jay 
Goulds, dessen fortgesetzte Ankäufe von Aktien eine große 
Kurssteigerung herbeiführten. Kurz darauf, im April 1868, 
wurde indessen bekannt, daß ihre Direktoren 38 Mill. Dollar 
Aktien heimlich emittiert und in den Handel gebracht 
hatten, Der Kurs der Erieaktien, der Anfang März noch 
77 betragen hatte, sank auf 35 im Laufe des Sommers, so 
daß die englischen Kapitalisten lange Zeit hindurch bei Neu- 
emissionen amerikanischer Eisenbahnanteile Zurückhaltung 
übten, und noch drei Jahre später 20 Millionen Dollar bonds 
der Northers Pacific Bahn in London ohne Abnehmer blieben. 
In Holland wurden nach dem Sezessionskrieg vor allem 
siebenprozentige bonds der Chicago North Western-, der 
Chicago, Milwaukee und St. Paul- und der MNlinois Central 
Eisenbahn untergebracht, und zwar zu einem durchschnitt- 
lichen Emissionskurs von 70. Mit der fortschreitenden Er- 
schließung des Westens stieg dann der Kurs der bonds, die 
von den holländischen Kapitalisten fast immer mit Gewinn 
abgestoßen wurden. Dasselbe gilt für Eisenbahnaktien, von 
denen besonders St. Louis und San Franzisko, Kansas City, 
Southern Norfolk, sowie Atchison, Topeka und Santa Fe 
gekauft wurden!). Das Hauptspielpapier an der Amster- 
damer Börse waren die Erie-Aktien, in denen gleichzeitig 
auch in London und New York stark spekuliert wurde. 
Auch Deutschland nahm schon 1865 größere Mengen 
amerikanischer Eisenbahnbonds auf, die als Anlage ge- 
kauft wurden. Ihr Gesamtbetrag wurde von Commercial 
and Financial Chronicle Anfang April 1866 auf 200 Mill. 
Dollar geschätzt. Während des Krieges 1866 nahm dieser 
Betrag zeitweise ab, um mit der nach dem Kriege ein- 
tretenden Geldfülle, die am stärksten im Sommer 1868 war, 
seinen Höhepunkt zu erreichen, Damals sollen für 500 Mill. 
Dollar Eisenbahnbonds in Deutschland gewesen sein, eine 
Summe, die nicht zu hoch erscheint, wenn man bedenkt, daß 
nach dem Commercial and Financial Chronicle im Juli und 
August 1868 für 40—45 Millionen Dollar bonds nach 
Europa verschifft wurden, Dabei ist zu berücksichtigen, 
daß nur ein kleiner Teil davon nach England ging, das ge- 
1). F. van Oss, American Investments. Financial Review of Reviews, 
Juni 1907
	        
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