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RENAUDOT’S ADRESSBÜRO
eigens zu diesem Zwecke aufgestellten Beamten ihre Angelegen-
heit registrieren zu lassen, wie z. B.: ‚Ich suche Perlen zu
kaufen‘ oder ‚Ich suche Perlen zu verkaufen ....‘, jeder
nach seinem Bedürfnis. Und es will scheinen, daß dieses
Mittel der gegenseitigen Benachrichtigung dem ganzen Handel
eine große Erleichterung bringen würde.“
Abb. 67. Reklameaufbau am Eingange der
Technischen Messe in Leipzig, 1926.
Zur Verwirklichung kam dieser Gedanke erst ein halbes
Jahrhundert später, als der Pariser Arzt Theophraste Re-
naudot ein „bureau d’adresse et de recontre‘ eröffnete,
das „un centre d’information et de publicite‘“ sein sollte. 1630
trat dasselbe voll in Wirksamkeit und erfuhr 1633 eine wichtige
Ausgestaltung, indem Renaudot die Liste der Angebote
und Nachfragen drucken ließ und so das erste „Intelli-
genzblatt“ (= Kenntnisblatt) begründete.
Drei Jahre später, 1636, tauchte auch in Wien der Plan
zur Errichtung eines solchen Fragamtes auf, indem Johann es