ALTE, OFFENE KAUFL
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auszulegen und den Vorübergehenden bemerkbar zu machen,
daß ihre Läden nach der Straßenfront, bei Eckhäusern nach
beiden Straßenfronten fast ganz offen gebaut waren; im unteren
Teil waren sie zumeist durch einen gemauerten Ladentisch
oder eine sog. Tonbank, welche gewöhnlich wie auch auf
unserer Abb. 115 im rechten Winkel gebrochen ist, bis auf einen
Eingang von gewöhnlicher Breite gesperrt. Das warme
Klima Italiens machte diese Form des Verkaufsraumes für
die dortigen Verhältnisse besonders geeignet.
Abb. 117, Verkauf auf der Straße im Ghetto (Judenviertel)
zu. Prag, 1878.
{Buch für Alle, 1878/11
Die gemauerten Ladentische waren in der Regel mit
einer Stein- oder Marmorplatte bedeckt und bei den Garküchen
und Thermopolien pflegten verschiedene Gefäße, Amphoren
aus Ton, Pfannen u. dgl. in den Ladentisch eingelassen zu
sein, aus denen man den Inhalt mit einer Schöpfkelle entnahm.
An den Wänden hinter dem Ladentisch waren häufig in
Treppenform gemauerte Repositorien (Stellagen) zum Auf-
stellen von Gefäßen und zum Auflegen trockener Ware an-
gebracht, in welchen ebenfalls nicht selten Gefäße eingemauert
sind. In Abb. 115 ist auch ein am Ende des Ladentisches aän-
gebrachter kleiner Herd zu sehen, was sich so oder ähnlich