VOM OFFENEN ZUM GESCHLOSSENEN LADEN
in allen derartigen Läden wiederholt, nur sind oft diese kleinen
Herde transportabel und aus Bronze. In vielen Thermopolien
(Garküchen) -hat man auf der Platte des Ladentisches noch
die Spuren der dort geschenkten Getränke gefunden, und zwar
in aufgetrockneten Ringen, welche den Füßen der Trinkgeschirre
antsprechen. In den meisten dieser Getränke war Honig.
[
Abb. 118. Werkstätte eines Schuhmachers, primitive Verbindung
mit Ladengeschäft,
(Germanisches Museum. Nürnberg, zirka 1600.)}
Im Mittelalter zeigt sich ebenso wie auf allen anderen
Kulturgebieten auch auf diesem Gebiete ein fühlbarer Rück-
schlag. Die durch ein fast lückenloses Konzessionssystem
und Zunftwesen von jeder Konkurrenz befreite, lokale Güter-
versorgung konnte ohne Schwierigkeit auf jeden besonderen
Kaufanreiz verzichten, ein Umstand, der selbstverständlich
auch in der Form des Verkaufslokales zum Ausdruck kam ( siehe
Abb. 118 u. 110).
b) Geschlossene Läden.
Einen entscheidenden Fortschritt für das Verkaufslokal
brachte die Erfindung des Gußglases; dieselbe erfolgte
zwar schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Frankreich,
das Glas selbst wurde aber erst in der ersten Hälfte des 18. Jahr-
hunderts in größerem Umfange hergestellt und fand eine
wirkliche Verbreitung erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts,
Durch das Fensterglas war es erst möglich, vollständig ab-
geschlossene, ständig gegen Wind und Wetter geschützte,
jederzeit zur Schaustellung geeignete Verkaufsräume und
Schaufenster herzustellen.