Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

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REFERENZEN 
das Comite francais pour les expositions a l’etranger begründet. 
Ähnliche Organisationen wurden auch in Deutschland, Italien 
usw. geschaffen; alle diese hatten die Aufgabe, Aussteller 
durch Auskunfterteilung vor Schädigungen durch Winkel- 
ausstellungen zu bewahren. 
Eine Ausnahme hiervon machen lediglich die den Erzeu- 
gern von Autos und deren Zubehör anläßlich von Renn- 
erfolgen zuerkannten Auszeichnungen, da das als Interessent 
in Betracht kommende Publikum in der Regel ziemlich gut 
informiert ist und so eine Täuschung durch obskure Auszeich- 
nungen kaum in Frage kommt. Trotzdem ist aber auch bei 
den Automobilfabriken eine offenkundige Rennmüdigkeit fest- 
zustellen. 
Referenz-Reklame. 
Dadurch daß in weiten Schichten der. Bevölkerung, ins- 
besondere des Bürgertums, die Landesfürsten und deren 
Handlungen als vorbildlich galten, bedeutete ihre Bedarfs- 
deckung bei einer bestimmten Stelle für diese von vornherein 
aine große Reklame, da das Publikum einerseits annahm, daß 
die Landesfürsten nur das Allerbeste und Schönste kaufen und 
da es anderseits der Eitelkeit des Bürgertums entsprach, mit der 
gleichen Ware wie der Landesfürst seinen Bedarf zu decken. 
Die Reklamewirkung dieses Umstandes (Referenzreklame) 
wurde bereits zu Beginn der Neuzeit erkannt. Francis 
Drake bestimmte die englische Königin Elisabeth, täglich 
ainen Gang Kartoffeln servieren zu lassen, um diese Nahrung 
auf diese Weise bei der Bevölkerung einzuführen. Mit dem Tode 
der Königin Elisabeth (1603) geriet jedoch die Kartoffel wieder 
vollständig in Vergessenheit und sie wurde lediglich als Zier- 
pflanze verwendet. Zur Zeit der Hungersnot (1793) pflanzte 
ein Gutsbesitzer Kartoffeln und verbreitete in der Bevölkerung 
die Mitteilung, daß die Knollen ausschließlich für die zahlungs- 
kräftigen Schichten zum Verkaufe bestimmt seien. Die Bauern 
der Umgebung plünderten die Kartoffelfelder hierauf, und auf 
diese Weise gelang die Einführung der Kartoffel. . 
Als P. T. Barnum die schwedische Sängerin Jenny Lind 
im Jahre 1849 nach Amerika engagiert hatte, machten es sich 
die Modistinnen und Besitzer der besten Geschäfte zur Ehre, 
der Sängerin wertvolle Muster von Gewändern, Hüten, Hand-
	        
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