GESCHENKWERBUNG
XIV, Die Geschenkreklame. >
Die Geschenkreklame geht darauf zurück, daß einzelne
Händler auf den Gedanken kamen, den Kindern ihrer Kund-
schaft regelmäßig eine Süßigkeit u. dgl. zu schenken, um
sie auf diese Weise zu veranlassen, den Besuch ihrer Geschäfte
von den Eltern zu verlangen.
Derzeit werden zu Reklamezwecken die verschiedensten
Gebrauchsgegenstände verschenkt, in erster Linie, um beim
Empfänger den Namen der Firma ständig wachzu-
halten. Als Geschenke werden Postkarten, Kalender, Notiz-
bücher, Bleistifte, Zündholzschachteln, Feuerzeuge, Taschen-
spiegel, Briefmarken, Löschpapier, Papierservietten, Lose
sowie Muster und Warenproben aller Art verwendet.
Zur Einführung des Turokbrotes bot eine Firma in
Cardiff im Jahre 1905 in Zeitungsanzeigen Interessenten
Gratislaibe an. Innerhalb der Verteilungsfrist sollen 250000
Stück zur Abgabe gelangt sein.
Die Geschenkreklame tritt auch in versteckter Form
als Rabattmarke, Prämie bei Finkäufen in gewissem Mindest-
umfange, Unfallversicherungen für Abonnenten von Zeitungen,
Gratiskonzerten in Warenhäusern u. dgl. auf.
Eine der Geschenkreklame verwandte Reklame ist die
Abgabe sogenannter Lockartikel, d.i. der eventuell sogar
zu Verlustpreisen durchgeführte Verkauf einzelner Waren
seitens großer Geschäftshäuser, um an das auf diese Weise an-
gelockte Publikum auch andere Waren selbstverständlich zu
normalen Preisen abzusetzen.
Durch Räumungs- und Ausverkäufe wollen ein-
zelne Kaufleute in dem Publikum die Vorstellung einer eigenen
Zwangslage und einer besonders günstigen Kaufgelegenheit
erwecken; da derartige Ankündigungen vielfach auf falschen
Tatsachen beruhten, so bestehen in einzelnen Staaten bereits
gesetzliche Beschränkungen derartiger Ankündigungen und
Verkäufe (s. auch S. 236).
XV. Groteske und sensationelle Reklame.
Einzelnen Reklametreibenden genügt selbst die restlose
Ausnützung . der besprochenen Reklamemittel nicht, sie