ANFÄNGE GEMEINSAMER REKLAMF
A
Franklin hat Mitte des 18. Jahrhunderts, um die Wirkung
des (:ipses als Kunstdünger zu beweisen, in mehreren ‘Meter
großen Buchstaben auf seinem Grundstücke mit Gips die
Worte „here is gegipst‘ (hier ist Gips ausgestreut) geschrieben.
Als dann die Ernte kam, sah die Bevölkerung, daß die an diesen
Stellen gewachsenen Pflanzen viel größer und schöner waren
als an den übrigen Orten und so zur lebendigen Reklame für
den neuen Kunstdünger wurden.
In einzelnen Fällen führt jedoch die sensationelle Reklame
auch zu geschmacklosen Mißbräuchen. So ließ eine Füllfeder-
firma Heiratsinserate erscheinen und stellte dann die einge-
langten Schreiben in ihrem Schaufenster aus.
Im großen und ganzen muß die sensationelle und die gro-
teske Reklame als Ausnahmeerscheinung bezeichnet werden;
sie hat sich auch bisher in weitem Umfange nicht durchzu-
setzen vermocht.
XVI. Die Kollektivreklame.
Unter Kollektivreklame versteht man den Zusammenschluß
mehrerer Interessenten zur gemeinsamen Reklame. Auf diese
Weise sollen gemeinsame Ziele durch gemeinsam aufgewendete
Mittel gefördert werden. Die Konkurrenz der Interessenten
untereinander bildet hierbei kein Hindernis, da die Kollektiv-
reklame in Formen gebracht wird, durch welche die Aufmerk-
samkeit des Publikums bloß nach einer gewissen Rich-
tung hin gelenkt wird, ihm aber innerhalb derselben die freie
Entscheidung überlassen bleibt.
Bereits in einem Flugblatte des Buchführers Peter
Schöffer aus dem Jahre 1469 sind Bücher seiner Druckerei
und der Druckerei Gutenbergs gemeinsam angekündigt.
Diese Anzeige dürfte wohl die erste Kollektivreklame gewesen
sein.
Die nächste Stufe bilden die Zunftzeichen. Die Zunftange-
hörigen hatten alle das gleiche Zunftzeichen ausgehängt, z. B.
jeder Schlosser den Schlüssel (s. Abb. 25). Von dem Zunftwesen
leitet sich auch die gemeinsame Ankündigung der Verkaufs-
konditionen gewisser Gewerbe- und Handelszweige ab. Um
das im Verkehr mit der Kundschaft immerhin für den einzelnen