Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

184 WERBEMITTEL DER VERKEHRSWERBUNG 
III. Die Geschäftspropaganda im Dienst des 
Fremdenverkehres. 
Neben diesen ausschließlich dem Fremdenverkehr dienen- 
den Propagandaeinrichtungen benützt dieser auch alle son- 
stigen Reklamemethoden, d.s. 1. Inserate, Plakate und Pro- 
spekte; 2. redaktionelle (anonyme) Reklame; 3. belehrende 
Vorträge mit Lichtbildern; 4. Gewährung von Ermäßigungen 
von Verkehrsmittel- und Unterkunftspreisen; 5. Propaganda- 
umzüge usW. 
Plakate und Inserate werden überall dort veranlaßt, 
wo ein zahlreiches, für den Besuch in Betracht kommendes 
Publikum vermutet wird (s. Abb. 55 u. 136). Das verbreitetste 
und wirksamste Reklamemittel bilden die Prospekte, die 
von den einzelnen Interessenten oft in vielen Millionen Stück 
verbreitet werden. Am. beliebtesten ist derzeit der sog. Falt- 
prospekt, d.i. ein in der Regel im Oktavformat zusammen- 
gelegter, halber Bogen, weil hierdurch einerseits. der Druck 
großer Karten ermöglicht wird und anderseits die Kosten des 
Heftens erspart werden. 
Die redaktionelle Reklame im Dienste des Fremden- 
verkehrs hat einen sehr bedeutenden Umfang. Die Einladung 
von Journalisten zu einem mehrwöchigen, unentgeltlichen Auf- 
enthalte in vielen Kurorten ist nahezu zur Regel geworden, 
eine Einrichtung, die sich selbstverständlich durch die ent- 
sprechenden Zeitungsberichte glänzend rentiert. Ermäßi- 
gungen für Verkehrsmittel werden entweder aus besonderen 
Anlässen (wie Messen, Ausstellungen, Kongressen u. dgl.) 
oder ebenso wie Ermäßigungen im Unterkunftspreise bei ent- 
sprechender Aufenthaltsdauer bewilligt. Schließlich werden 
auch Sandwichmänner, Wagenreklamen (s. Abb. 137) u. 
dgl. im Dienste des Fremdenverkehrs verwendet. ; 
Eine besonders originelle Reklame dieser Art wurde von 
der Wiener internationalen Messe, anläßlich ihrer 10. Ver- 
anstaltung (7.—13. März 1926) durchgeführt. Sie ließ Ab- 
bilder der Messehäuser in den Dimensionen von 3 Meter 
Länge, 2,20 Meter Preite und 2 Meter Höhe von Künstler-
	        
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