Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

Ze 
GEWERBEZEICHEN IN POMPEJI 
ein anderer einen recht leidlichen Bacchus, der eine Traube aus- 
drückt, auf seinen Ladenpfeiler hatte malen lassen. 
Andere Zeichnungen auf den Pfeilern sind ihrer Bedeutung 
nach nicht ganz sicher, so der Anker auf dem Eingangspfeiler 
der Casa del ancora, das Schiff auf einem Pfeiler der 
Casa del naviglio; das 
letztere betrachtet man als 
das Zeichen des Verkaufs 
derzur Schiffahrtnötigen 
Gegenstände. Zweifelhaft 
ist auch die Bedeutung der 
mehrfach an Schenken vor- 
<ommenden Schach- oder 
Damenbretter; da aber 
die Alten das Brettspiel 
kannten, so mag durch 
diese Aushängeschilder an- 
gezeigt worden sein, daß 
man in diesen Lokalen auch sein Spielchen machen konnte, 
Ein einzeln vorkommendes Schild eines Ladens an den 
Thermen neben dem des Milchhändlers, welches einen Gladia- 
torkampf darstellt, dem Laden den Namen ‚,Gladiatorschule‘‘ 
ro 
Kal 
Abb. 16. Zeichen eines Fleischers (Schinken) 
im antiken Pompeji, ı. Jh. n. Chr. 
verschafft hat und an die Verse des Horaz Sat. 2. 7. 71 ff. 
erinnert, erklärt sich vielleicht aus der Vergleichung der Sitte 
in modernen Matrosen- und Handwerkerkneipen, auf deren 
Schildern die Gäste oft abgebildet zu sehen sind. Der Laden 
wäre demnach besonders von Gladiatoren besucht worden. 
Unter diesem Bild steht in einer dem Stande der Gäste ange- 
messenen Orthographie ‚,ABIA VENEREM POMPEITANAM 
IRADAM QUI HOC LAESERIT“ (d.i. habeat Venerenr
	        
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