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entsprachen die Innungsembleme ihrem eigentlichen Zwecke
als Ladenzeichen und vor allem Unterscheidungszeichen nicht
mehr und so suchten sich die einzelnen Handwerker durch
neue, ihrem Geschäfte ausschließlich eigene Zeichen von den
Nachbarn zu unterscheiden. Mit der Kunst des Lesens waren
damals nur wenige vertraut und so würde das Aushängen
eines Schildes mit dem Namen des Händlers völlig
nutzlos gewesen sein.
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Abb. 24. Zeichen einer Branntweinschenke. ı7. Jahrhundert.
Germanisches Museum, Nürnberg.)
Phot. Christoph Müller
Man adoptierte daher ähnlich wie dies bei den Wirtshaus-
schildern der Fall war, figürliche Objekte (s. Abb. 28 bis 30),
man malte sie direkt auf die Mauer, hing Tafeln mit Gemälden
aus, man stellte an den Eingängen leicht erkennbare Schnitze-
reien, Statuetten u. dgl. aus. Die Tafeln mit den Gemälden
baumelten an eisernen Trägern, die entweder in die Wand des
Hauses eingelassen oder in Front desselben in die Erde ge-
rammt waren. In beiden Fällen war der eiserne Träger mit
Ornamenten und Schnörkelwerk reich verziert. Auch wurden
an quer über die Straßen gespannten Seilen Banner
ausgehängt, auf denen das Zeichen des Händlers mit schreienden
Farben wiedergegeben war.
Die auf den Schildern befindlichen Darstellungen hatten
sehr häufig mit dem Gegenstand des Unternehmens gar
nichts zu tun, sie sollten in erster Linie die Aufmerk-
samkeit erregen und als bemerkenswert und zur. Unter-
scheidung von anderen in der Erinnerung des Kunden bleiben.