Fünufter Abschnitt. Anerkennungen der deutschen Kolonialbetätigung aus Feindesmund
sie wr derge daß dißsehes enie an enar Fragen würden im Hause der Gemeinen
britischer Geist ein Segen für ihre Kolonien sind. gestellt werden? ines Bj
Ohne sentimentale Phrase! Der Deutsche bewill⸗ d eee 3
kommnet den Briten warm und achtet darauf, daß
kein deutscher Kaufmann einem englischen
vorgezogen wird, weil dadurch die britischen
Firmen veranlaßt werden könnten, weiteres Kapital
in einer deutschen Kolonie nicht mehr anzulegen.
Es ist wahr, es gibt zahlreiche gesetzliche Be—
stimmungen in den deutschen Kolonien, die mit
militärischer Genauigkeit und Strenge durchgeführt
werden. Die Eingeborenen, die Jahrhunderte hinter
dem weißen Manne zurück sind, empfinden diesen
Zwang wenig angenehm. Der Engländer aber
merkt nach einiger Zeit, daß diese Bestim—
mungen zu seinem Besten da find, und ist
damit einverstanden. Keinem Kaufmann macht es
Vergnügen, seinen Hof frei von Abfall zu halten.
Er ist zuerst unwillig, wenn er für eine alte
Blechdose, die halbvoll mit Regenwasser in seinem
Hofe liegt, 20 Mark Strafe zahlen muß, aber,
wenn er merkt, daß er in Zukunft von Malaria
verschont bleibt, sieht er den Vorteil dieser
Moslitoverordnung ein.
John Harris: Dawn in darkest
Africa. London 1912.
Wir waren immer geneigt zu glauben, daß
»as Britische Reich und Volk ein bedeutendes
dolonialvolk ist, und sicherlich ist sein Ruf ein
ehr stolzer und berühmter gewesen, aber dine
Lraft und Stärke und das Sysiem, mit
dem Deutschland sich in den letzten Jahren
der ausländischen Kolonisation unter—
zogen hat, ist sehr beachtenswert gewesen.
George Foster, kanadischer Handels—
minister. United Empireé.
London, Februar 1914.
Deutsch-Ost-Afrika ist fruchtbar und wird
zut verwaltet, vom rechtlichen und vom land⸗
virtschaftlichen Standpunkt aus geurteilt.
In ökonomischer Hinsicht ist die deutsche
Regierung unternehmungslustiger als
insere eigene gewesen in bezug auf die
kinführung und Anpassung neuer Gewächse.
Teara-Gummi und Sisalhanf haben sie Jahre
bor uns gebaut und exportieren nun große Mengen
der Produkte, während unsere Plantagen sich erst
eniwickeln. 7he Guide to South and Bast
Africa, London 1914
Die Politik, die jetzt in den deuischen Kolo—
nien maßgebend ist, die Eingeborenen mit
Freundlichkeit und Rücksicht zu behandeln,
hatviel dazu beigetragen, die Sicherheit des
Lebens und die allgemeine Zufriedenheit
zu fördern. Dieser befriedigende Zustand
würde aber nicht von langer Dauer sein,
wenn den Eingeborenen nicht die heilsame
Lehre beigebracht worden wäre, daß Ver—
brechen und Aufruhr schnell und mit fester
Hand unterdrückt werden, die, wenn nölig,
bis in die fernsten Gegenden reicht.
L. Hamilton: United Empireé,
London 1912.
Im Gegenteil zu dem, was in den letzten beiden
Fahren häufig behauptet worden ist, hat die
ffentliche Meinung in Deutschland, wie
vir schon bei der Unterdrückung des Hereroauf—
tandes gesehen haben, die Verantwortlichkeit
deutschlands seinen eingeborenen Schutz—
efohlenen gegenüber klar erkannt. Man
raucht nur Zeitungen und Zeitschriften zu lesen,
Zücherverzeichnisse zu durchblättern und die während
zer letzten fünfzehn Jahre veröffentlichten Reichtags⸗
»erhandlungen zu verfolgen, um sich zu vergegen⸗
värtigen, daß von allen europäischen
dolonialmächten nur Großbritannien so
»iel Menschlichkeit und Idealismus be—
viesen hat wie Deutschland bei der Er—
ichtung und Aufrechterhaltung einer ge—
echten und aufgeklärten Kolonialherr—
chaft. In diesem Augenblick grade ist es außer—
e7dentlich wichtig, daß dieses jemand feststellt, von
em man nicht annehmen darf, daß er in dem
egenwärtigen Kriege mit Deutschland sympathisiert
der versucht, für die deutsche Sache einzutreten,
ber Wahrheit bleibt Wahrheit. Nur auf Wahr⸗
seit kann die Zukunft sich gründen. In Frank—
eich, in Belgien, in Portugal, in Italien,
n Rußland sucht man vergeblich nach
inem so weit verbreiteten und bedeut—
amen Eintreten für das Wohl der ein—
geborenen Rassen, wie man es in Deutschland
indet. Herbert Adams Gibbons (Ameri⸗—
kaner): The new map of Ame-
rica, 1916
Blinde Selbstsucht charakterisiert den
Deutschen nicht, wie einige von uns annehmen
mögen, denn, wenn der Deutsche eine Kolonie
erwirbt, lädt er alle, Deutsche und Engländer
Portugiesen oder Franzosen ein, ihr Kapital und
ihren Handel dorthin zu bringen. In keiner
der westafrikanischen Kolonien wird der
Kaufmann freundlicher ermutigt als in
Deutisch-Togoland und Kamerun, wo Frei—⸗
heit, Gleichheit und Brüderlichkeit das
Motto der herrschenden Macht ist. In
Duala teilte mir ein englischer Kaufmann mit,
daß der Gouverneur zweimal jährlich Beamte,
Kaufleute und Missionare zur Beratung zusammen—
ruft. Man stelle sich den englischen Gonverneur
oon Sierra Leone, der Goldküste oder Südnigeria
oor, der einen ähnlich radikalen Schritt täte und
noch dazu Deutsche einlüde, mit ihm zu beraten.
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