67
daher in den Jahren von 1900 ab den 2—3 % mehr brin-
genden erststelligen kanadischen Hypotheken und den Obli-
gationen bzw. Vorzugsaktien amerikanischer Industriege-
sellschaften zu, so daß schon 1906 auf dem Amsterdamer
Kurszettel ebensoviel Anteile amerikanischer wie hollän-
discher industrieller Unternehmungen zu finden waren }),
Von den common shares des Steel Trusts sollen 1913 50 bis
60 Millionen Dollar, von den fünfprozentigen Obligationen
noch größere Summen im Besitz holländischer Kapitalisten
gewesen sein.
Eine genaue Schätzung der vor dem Weltkrieg in
Holland befindlichen amerikanischen Werte, wie sie George
Paish für England aufgestellt hat, habe ich nicht finden
können, Finanzielle Zeitschriften bezifferten damals ihren
Gesamtbetrag auf 600—800 Millionen Dollar, In das oben
aufgemachte Effektendebet der Union an Europa habe ich
daher für Holland die in der Mitte liegende Summe_ein-
gestellt, besonders weil auch Conant die gleiche Summe
(700 Millionen Dollar) für 1906 annahm ?%. Daß sie nicht
zu hoch ist, ergibt sich daraus, daß allein der von den
Administrationskontoren verwaltete 3) Besitz vor dem Welt-
krieg auf 140—150 Millionen Dollar geschätzt wurde,
während die überwiegende Mehrzahl der Kapitalisten ihre
amerikanischen Effekten an den Börsen in Amsterdam oder
Rotterdam kaufte und selbst verwaltete.
A
SC har
Deutschland.
Auch für Deutschland fehlt eine eingehend begründete
Schätzung der dort vor dem Kriege befindlichen amerika-
nischen Werte, Daß die damals an deutschen Börsen ein-
geführten Posten hierfür nicht maßgebend sein können,
erwähnte ich schon mit Bezug auf Europa, da unbekannt
bleibt. wieviel von den nicht abgesetzten Effekten in die
') G. Vissering, la bourse d’Ameterdam. Revue Economique inter-
nationale. 3, Jahrg. (1906) Bd. I. S 523, 531 u. 532.
*) Charles A. Conant, Selling American Securities Abroad, North
American Review Bd. 183 (September 1906). S. 511.
3) Diese Verwaltung geschieht in der Weise, daß die Kontore ganze
Posten amerikanischer Effekten übernehmen und auf ihren Namen ein-
tragen lassen, so daß sie das Stimmrecht in der Generalversammlung
haben und dadurch den Geschäftsgang des Unternehmens beeinflussen
können. Für den übernommenen Gesamtbetrag geben sie entweder mit
Coupons versehene Certifikate aus, die auf einen oder meistens mehrere
Anteile des amerikanischen Unternehmens lauten, oder aber sie beteiligen
sich an verschiedenen Gesellschaften und verschaffen sich das hierzu
nötige Kapital durch Ausgabe vierprozentiger Obligationen ihres eigenen
Unternehmens.