Full text : Amerikas internationale Kapitalwanderungen

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partements befindlichen zahlreichen Filialen der meistens
als Emissionshäuser fungierenden großen Banken (Credit
Lyonnais, Societe generale, Comptoir national d’Escompte,
Banque de Paris et des Pays-Bas) keine Schwierigkeiten,
so zeigte sich doch die Schwerfälligkeit des französischen
Kapitalisten, den die verschiedenen Bondsgattungen (First,
second oder third mortgage bonds, consolidated mortgage
bonds, collateral trust bonds, income bonds, terminal bonds)
verwirrten!), und der die bei den meisten europäischen
Eisenbahnbonds bestehende staatliche Zinsgarantie vermißte.
Während die in der Börsenkrisis in New York im Oktober
1903 stark gesunkenen Kurse guter amerikanischer Werte
erst vereinzelte Bankiers und Kapitalisten zu Ankäufen veranlaßten,
 wurden drei Jahre später, (im Juni 1906) die
ersten Eisenbahnbonds an der Pariser Börse eingeführt. Es
waren 50 Millionen Dollar Obligationen (Zinsfuß 3!/: %) der
Pennsylvania Bahn. 1907 gelangten 29 Millionen Dollar
vierprozentiger Bonds der New York, New Haven und Hartford-Eisenbahn
 dort zur Notierung 3).
Da 1907 verhältnismäßig wenig französische Kapitalien
in amerikanischen Effekten angelegt wurden — Neymarck
schätzt die Gesamtsumme für 1906 auf 125 Millionen Dollar
— und auch diese nur in erstklassigen bonds %, machten sich
die Wirkungen der amerikanischen Krisis von 1907 in Frankreich
 nicht bemerkbar, so daß Pariser Banken in der
schlimmsten Zeit der Geldknappheit 100 Millionen Dollar
gegen Lombardierung von New Yorker Stadtanleihen und
anderen sicheren Werten nach New York senden konnten,
eine Hilfeleistung, die die dortige Bankwelt ermutigte, sich
den Pariser Kapitalmarkt für dauernde Anlagen dienstbar
zu machen und so einen Teil der überschüssigen französischen
Kapitalien in die Union zu ziehen *), Als daher die Nachwehen
 der Krisis 1909 überwunden waren, gelangten
50 Millionen Dollar vierprozentige bonds der Chicago. Milrenten,

 so daß 1800 Millionen France alljährlich auf den Effektenmarkt
Hossen.
Yves Guyot, The Resources of French Investors. Financial Review
od Reviews. Januar 1909.
*). Die französischen Eisenbahnen haben verschieden berechtigte
Obligationen nicht ausgegeben, vielmehr steht allen Obligationen dasselbe
Recht an den Aktiva der Gesellschaft zu.
*) Der Gesamtbetrag der in Frankreich 1906 neuemittierten ausländischen
 Effekten betrug 850 Millionen Dollar.
*) Eine Ausnahme bildete ein kleiner Posten von Aktien der Westinghouse
 Company, der 1907, unmittelbar vor dem Zusammenbruch der Gesellschaft,
 in Paris abgesetzt wurde. .
4‘) Yves Guyot, le placement des capitaux francais en valeurs ameöricaines.
 Journal des Economistes, 69. Jahrg. (1910) S. 434__ 439.
            
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