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Die Ursachen lagen einmal in den engen, persönlichen
Beziehungen, die die Einwanderung zwischen der kapital-
gebenden alten und der kapitalnehmenden neuen Welt ge-
flochten hatte und immer noch flicht, dann aber in dem
intensiven Warenaustausch beider Welten, der eine genaue
Kenntnis der gegenseitigen ökonomischen Verhältnisse
schaffte und einen ausgedehnten Waren- und Wechselkredit,
den Schrittmacher jedes Kredits in Effektenform bedingte.
Von den 33,2 Millionen Menschen, die in den hundert, Jahren
1821 bis 1921 in die Union wanderten, kamen 8,5 Millionen
aus Großbritannien, 5,5 Millionen aus Deutschland. An dem
Außenhandel der Union waren vor dem Weltkrieg (1. Juli
1911 bis 30, Juni 1912) am stärksten diejenigen vier euro-
päischen Länder beteiligt, deren Besitz amerikanischer
Effekten den aller übrigen weit übertraf.
Großbritannien
Deutschland
Frankreich
Niederlande
Beteiligung am nord- Besitz nordamerikan
amerikan. Außenhandel Effekten in Mill. D.
in Mill. D. (Schätzung)
837,83 3344
477,9 350
259,9 700
139,3 700
Dazu kamen die für jeden Kapitalexport gegen Ge-
währung von Effekten maßgebenden Motive, so das Streben
Nach einer höheren Verzinsung als in der Heimat, ein
Wunsch, der von Jahr zu Jahr in denjenigen Kreisen euro-
päischer Kapitalisten wuchs, die die Rente festverzinslicher
Papiere mit den zunehmenden Lebenskosten in Einklang
bringen mußten, Waren doch diese in den letzten Jahren
so gestiegen, daß eine fünfprozentige Verzinsung 1913 die-
selbe Kaufkraft hatte wie eine viereinviertelprozentige 1905.
Die amerikanische Bankwelt trug dem Rechnung. Während
1904 nur 7% aller Neuemissionen festverzinslicher Wert-
papiere fünfprozentig waren, stieg dieser Satz 1912 auf
37 %, Daß festverzinsliche Effekten der Union damals immer
noch einen weit höheren Ertrag brachten als die dement-
sprechenden Werte Englands, Deutschlands, Frankreichs
und Hollands ergibt die Tatsache, daß die Vorzugsaktien in-
dustrieller Gesellschaften, die den deutschen Industrieobli-
gationen entsprachen, sich mit 6!/4 bis 71/4 9% verzinsten;
der Durchschnittszinsfuß der Eisenbahnbonds, deren Ge-
samtsumme doppelt so groß war wie die der Anleihen der
Union, der Einzelstaaten und der Städte, betrug freilich nur
4,20 %, Der nur im Interesse des Absatzes heimischer In-
dustrieprodukte stattgefundene europäische Kapitalexport