gerichtlichen Untersuchungskunde dienende mikro-
skopische und mikrophotographische Apparaturen,
ferner experimental-psychologische Apparaturen für
aussagepsychologische und verwandte Zwecke ange-
schafft und eine vollständige Ultraviolettbestrahlungs-
Sinrichtung mit Quarzoptik installiert. Fine besondere
Erweiterung erfuhr das Institut durch die Einrichtung
eher von dem Bundesministerium genehmigten kriminal-
biologischen Untersuchungsstelle an der Bundesstraf-
stalt in Graz, die sowohl der Erforschung der Per-
Sönlichkeit des Verbrechers als auch dem kriminal-
biologischen Unterricht dient und die Möglichkeit
bietet, den Studierenden den lebenden Verbrecher
Zu demonstrieren.
| An der rechts- und staatswissenschafllichen Fakultät
In Innsbruck ist vor allem die Errichtung des In-
Stitutes für Sozialforschung in den Alpenländern
hervorzuheben ; es bezweckt im Wege einer
Arbeitsgemeinschaft von Professoren verschiedener
| ar inen der juristischen und philosophischen Fa-
Sn tät die Erforschung der Alpenländer durch
paffung einer eigenen Bücherei, Sammlung und
"carbeitung von Nachrichten, Anlegung einer Biblio-
A pPite, Herausgabe von Abhandlungen und Werken,
‚haltung von zusammenhängenden Semestervor-
ungen und Seminarübungen für Hörer aller Fakul-
ak Veranstaltung jährlicher Hochschulkurse mit
A ursionen, Auskunftserteilung wissenschaftlicher
Yard fördern. Der Vorlesungsplan der Fakultät
ab Sn Erweitert, indem außer den bisher regelmäßig
tn 8 altenen Vorlesungen auch die ständige Abhal-
teich , Yon Vorlesungen über deutsches und Ööster-
en "u es Arbeitsrecht, Konkursrecht, Verfahren
techn Se tsachen, internationales Privatrecht, Agrar-
Pole >»oziologie, Wirtschaftsgeschichte, Bevölkerungs-
Bestell und systematische Kechtsphilosophie sicher-
eine „wurde, Der strafrechtliche Unterricht erfuhr
Vorlan 8emäße Ausgestaltung durch Einführung von
Die En und Übungen aus Kriminalpsychologie.
Eineich, swirtschaftlichen Studien wurden durch die
über DE von Vorlesungen von Honorardozenten
LandwerChhaltung, Bilanzwesen, Verkehrswirtschaft,
Bänzt DD chaftslehre und Wirtschaftsgeographie er-
Hörern em zahlreichen Besuche von reichsdeutschen
über 7 Meardle- durch Abhaltung von Vorlesungen
aung eilfächer des reichsdeutschen Rechtes Rech-
Zetragen.
Philosophie.
An „ Philosophischen Fakultäten wurde
Grm! armazeutische Studium auf fast ganz neue
die Fr agen gestellt (1022): als Voraussetzung wird
mit L werbung des Reifezeugnisses einer Mittelschule
Erlan On gefordert; das Studium umfaßt bis zur
Sechs ze des Grades eines Magisters der Pharmazie
"hysik Beten mit einem ersten Rigorosum aus
» Botanik, Experimentalchemie und physikali-
icher Chemie und einem zweiten Rigorosum aus
‚harmazeutischer Chemie, Pharmakognosie und Hy-
jene. Nach zwei weiteren Studiensemestern kann
lurch Vorlage einer Dissertation aus Chemie, Botanik
ıder Pharmakognosie und die Ablegung zweier
ligorosen der Grad eines Doktors der Phar-
nazie erworben werden. Das pädagogische Stu-
lium der Lehramtskandidaten wurde durch die Ver-
nehrung der Pflichtvorlesungen (aus Philosophie,
’sychologie, Geschichte und Theorie der Erziehung
ınd aus hygienischer Pädagogik), ferner durch die
'inrichtung von Pflichtvorlesungen aus der besondern
Jnterrichtslehre der von den einzelnen Kandidaten
zewählten Fächer und durch die Forderung einer
ıbschließenden Prüfung aus Pädagogik und Psycho-
ogie als Teil der Lehramtsprüfung in bemerkenswerter
Weise ausgebaut (1024). Auch die fachwissenschaft-
‘chen Studien für die einzelnen Lehrgegenstände der
Aittelschulen wurden durch die Anordnung des Pflicht-
;‚esuches bestimmter Vorlesungen und Übungen
lanvoller gestaltet (1027). Die Turnlehrerausbildung
vurde von vier auf acht Semester ausgedehnt und
adurch theoretisch vertieft, praktisch weiter ausge-
aut (1026); im Zusammenhang damit wurden an
Jlen drei philosophischen Fakultäten Institute für
"urnlehrerausbildung errichtet. Für Realschulabsol-
‚enten wurde ein einjähriger Kurs aus Latein und
‚'hilosophischer Propädeutik mit einer abschließenden
'rüfung an der Universität eingerichtet desgleichen
ür Studierende, die nachträglich die Kenntnis des
5riechischen erwerben wollen, ein einjähriger Lehr-
sang hiefür und eine Prüfung.
An Studieneinrichtungen für einzelne Fachwissen-
chaften wurden innerhalb der Wiener philosophi-
chen Fakultät das Psychologische Institut, das
Tathematische Proseminar, ein drittes Physikalisches
astitut, das Institut für Radiumforschung, das Seminar
ür Wirtschafts- und Kulturgeschichte und das Institut
ür Balkankunde neu errichtet. Ferner wurden als
jelbständige Abteilungen innerhalb des ersten Chemi-
schen Institutes das Laboratorium für chemische
Technologie,innerhalb des zweitenChemischen Institutes
las Analytische Laboratorium geschaffen und das
„aboratorium für pharmazeutische Chemie als eigenes
nstitut eingerichtet. Das Geologische Museum wurde
zum Geologischen Institut, der Prähistorische Lehr-
ıpparat zum Institut für Urgeschichte, das Kunstge-
schichtliche Seminar zum ersten, der Kunstgeschicht-
iche Lehrapparat am Institut für österreichische
Geschichtsforschung zum zweiten Kunstgeschichtlichen
nstitut ausgestaltet. Das Paläontologische und das
’aläobiologische Institut wurden zu ‚einem großen
nstitut vereinigt und eine völlige Neuaufstellung der
„ehrsammlungen vorgenommen. Das Musikhistorische
nstitut wurde in ein Musikwissenschaftliches Seminar
nit zwei Abteilungen für systematische und ver-
zleichende Musikwissenschaft und für Musikgeschichte