Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

geodätischen Kurse bestehenden fakultativen Studien- 
richtungen wurden allmählich durch Angliederung 
einer Unterabteilung für Gas- und Feuerungstechnik 
an die chemisch-technische Abteilung, einer Unter- 
abteilung für technische Physik an die allgemeine 
Abteilung und durch Umwandlung des geodätischen 
Technische Hochschule Wien, Maschinenraum in der Reitschule 
Kurses in eine besondere Unterabteilung für Ver- 
messungswesen ausgestaltet. Auch an der Technischen 
Hochschule in Graz, die sich in eine Bauingenieur- 
abteilung, Hochbau-(Architektur-) Abteilung, Maschi- 
nenbauabteilung, Chemisch-technische Abteilung und 
ainen geodätischen Kurs gliederte, wurde der letztere 
in eine Unterabteilung für Vermessungswesen umge- 
wandelt und an die Bauingenieurabteilung ange- 
gliedert. An allen genannten Abteilungen und Unter- 
abteilungen der Technischen Hochschulen werden 
vollwertige staatsgeprüfte Ingenieure herangebildet. 
Den fortschreitenden Erfordernissen der techni- 
schen Praxis entsprechend, wurden Unterrichts- und 
Prüfungseinrichtungen der Technischen Hochschulen je 
nach Bedarf reformiert, wobei gleichmäßig auf die 
Ausbildung der Studierenden und auf eine möglichst 
ökonomische Bemessung der Studienzeit Bedacht ge- 
nommen wurde. So erfolgte eine gründliche 
Reform des Architekturunterrichtes, die durch 
eine zeitliche Ermäßigung der Ingenieurausbildung 
auf dem Gebiete des Hochbaues die Möglichkeit 
einer künstlerischen oder einer kunstwissenschaft- 
lichen Ausbildung durch Errichtung von Meister- 
schulen für Architektur (analog wie an der 
Akademie der bildenden Künste) einräumte. Ebenso 
erfolgte eine zeitgemäße Reform des chemisch- 
technischen Studiums und ist gegenwärtig die 
Reform des Bauingenieusstudiums im Gange. 
Auch steht bereits eine Reform des Maschinen- 
baustudiums in Beratung. 
Hand in Hand mit der Ausgestaltung des Studiums 
fand auch eine entsprechende Erweiterung der Studien- 
sinrichtungen und des Laboratoriumsunterrichtes an 
ler Technischen Hochschule statt. Im Bereiche der 
3Zauingenieurabteilung der Technischen Hochschule 
Wien sei hingewiesen auf die Errichtung einer 
zweiten Lehrkanzel für Wasserbau, ferner der 
Honorardozenturen für Enzyklopädie der Elektro- 
‚echnik, für Straßenbau, für Bauanlagen des 
städtischen Tiefbaues und für Baubetriebs- 
lehre, weiters auf die Errichtung des hydrologi- 
schen Institutes durch Umbauten an der I Lehr- 
kanzel für Wasserbau, auf die Schaffung eines der 
Technischen Versuchsanstalt der Hochschule ange- 
sliederten „Bauhofes“ durch Um- und. Neubauten, 
schließlich auf die Einrichtung eines „Institutes für 
Bodenkunde“ an der Lehrkanzel für Technische 
Geologie. 
Für die Maschinenbauabteilung der Technischen 
Hochschule Wien wurde eine Mechanisch-tech- 
nologische Lehrwerkstätte und ein Maschi 
nenlaboratorium durch Umbauten und Adap- 
:jerungen der ehemaligen Militärgebäude am Getreide- 
markt und in der Gumpendorferstraße hergestellt, 
deren maschinelle Einrichtung in fortgesetzter Aus- 
zestaltung begriffen ist. Für die elektrotechnische 
Unterabteilung wurde eine Lehrkanzel für Schwach- 
;tromtechnik errichtet. Eine Anzahl chemische! 
Institute, die entweder im Hauptgebäude der Tech- 
nischen Hochschule oder anderwärts unzulänglich 
untergebracht waren, wurden in den durch Umbau 
ehemaliger militärischer Obiekte adaptierten Gebäude- 
Be 
Technische Hochschule Wien, Elektrischer Schmelzofen 
komplex am Getreidemarkt verlegt. So entstanden 
das neue Institut für analytische Chemie G@P 
ehemaligen Kriegsschulgebäude), das Institut für 
Botanik, technische Mikroskopie und org“ 
aische Rohstofflehre (im Gebäude des militär- 
:‚echnischen Komitees), das Institut für Bio“ 
hemie und Mikrobiologie (im Mittelbau der 
shemaligen. Kriessschuleh, Canz neu wurden. die
	        
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