Körpers einzugreifen vermag, zumal da seine Tätig-
keit nicht nur von verschiedenen nervösen Einflüssen,
Sondern auch von den Produkten gewisser Blutdrüsen,
besonders des sogenannten Hirnanhanges, beeinflußt
wird,
Die Lehre von den Blutdrüsen wurde aber
auch auf anderen Gebieten von österreichischen
Forschern gefördert. So hat Steinach durch
Abbindung der Samenleiter jene Zellen der
männlichen Geschlechtsdrüse in ihrer Tätigkeit anzu-
regen versucht, welche auf den Gesamtorganismus in
dharakteristischer Weise einwirken, und dadurch den
Alterserscheinungen, die zum Teil wenigstens mit
inner Rückbildung dieser Elemente zusammenhängen
Mögen, entgegenzuwirken getrachtet. Endgültige Re-
Sultate, besonders für den Menschen, konnten aller-
dings noch nicht gewonnen werden und es ist auch
Bar nicht zu erwarten, daß das Altern des Gesamt-
Organismus, das heißt all seiner verschiedenen Organe,
dauernd durch Beeinflussung einer einzelnen Drüse
hintangehalten werden kann. Jedenfalls aber gebührt
Steinach das Verdienst, die Frage nach der Behand-
ung jener Ausfallserscheinungen, die mit der Rück-
bildung der Geschlechtsdrüse zusammenhängen, ins
Rollen gebracht zu haben. Auf einem anderen Wege,
durch Verätzung der Wand der die Geschlechtsdrüsen
16. Sorgenden Gefäße, hat Doppler diese Frage zu
‚Sen versucht. Mehr als ein vorübergehender Erfolg
St aber auch durch diese Methode, die eine bessere
Durchblutung des Organs für einige Zeit bewirken
Mag, wohl nicht zu erwarten.
„er gsonders interessant sind jene Untersuchungen,
des © zeigen, daß in Organen, bei denen man eine
annCE Enliche Tätigkeit von vorhinein gar nicht
fe N würde, wie ; beispielsweise im Herzen,
Bilder erveneinfluß bestimmte spezifische Stoffe ge-
em werden, die die Tätigkeit des Herzens zu
haben oder zu fördern vermögen. Dies gezeigt zu
Prof. T Ist das Verdienst des Grazer Pharmakologen
landı Öwi, während der Innsbru «ker Prof. Haber-
daß auf die interessante Tatsache hingewiesen hat,
Winnen 1 anscheinend aus dem Herzmuskel Stoffe ge-
Wirken assen, welche auch auf das kranke Herz fördernd
fetie d Wenn auch die Frage nach der Spezi-
doch ses Stoffes, des sogenannten Herzhormons,
damit Va triien ist, so ist doch zu erhoffen, daß
Gin ne er Behandlung von Herzkrankheiten
Von sn Weg sich eröffnen könnte.
Herzpa a orten Ergebnissen auf dem Gebiete der
Soweit di ogie kann man dagegen ‚wohl sprechen,
in Betr Ci Behandlung der unregelmäßigen Herzaktion
Wen & N kommt. Es ist dies das Lebenswerk Prof.
Wiener ebadchs, der gerade seit den Kriegsjahren die
Sante'T Crste medizinische Klinik leitet und die interes-
der Be ) Sache entdeckt hat, daß das früher besonders bei
Verwanden lung der Malaria verwendete Chinin, bzw.
Mdte Stoffe hei geeigneter Dosierung Unregel-
näßigkeiten der Herztätigkeit günstig zu beeinflussen
mstande sind. Die neuesten Forschungen Prof.
Wenckebachs haben ferner eine grundlegende Aen-
lerung. unserer Auffassung über die sogenannte Herz-
räune angebahnt und die große Bedeutung von Er-
xrankungen der Hauptschlagader für die Entstehung
lieses Symptomes gezeigt, Auf Grund dieser Erkennt-
ısse scheinen sich neue Methoden der Behandlung
lieses Leidens auch auf chirurgischhem Wege zu er-
zeben.
So treten denn neue Aufgaben an die Chirurgen-
<hule heran, deren mustergültige Organisation und
ıochentwickelte Technik unter der Leitung der Prof.
‚iselsberg und Hochenegg sich besonders im
\riege. tausendfach bewährt hat. Zu diesen Aufgaben
z;ehört auch die Chirurgie der Rückenmarks-
ınd Gehirnkrankheiten, deren Weiterausbau Hof-
at Eiselsberg, unterstützt vom Leiter des Neuro-
ogischen Instituts, Prof. Marburg, sein besonderes
\ugenmerk zuwendet. Ein weiteres Arbeitsgebiet hat
sich der Chirurgie in der Vervollkommnung der
Technik der Bluttransfusion erschlossen, die auch
»esonders von .der Klinik Eiselsberg gefördert wird.
lier auf dem Gebiete der Blutübertragung hat sich
vieder die Wichtigkeit theoretischer Vorarbeit gezeigt.
Jenn die vielfache, gefahrlose Anwendung der Blut-
ibertragung wäre nicht möglich, wenn nicht ein
Niener Forscher, der jetzt in New York am Rocke-
eller Institut arbeitende Prof. Landsteiner gezeigt
1ıätte, daß nicht das Blut eines jeden Menschen einem
‚estimmten Individuum einverleibt werden kann, daß
nan vielmehr die Menschen je nach dem Verhalten
hres Blutes in verschiedene Gruppen teilen und
liesem Umstande bei der Auswahl des Blutspenders
iechnung tragen muß. Auf Grund der Landsteiner-
chen Untersuchungen ist es heute leicht möglich, bei
edem Menschen seine Zugehörigkeit zu einer der
»ekannten Blutgruppen festzustellen, was nicht nur
ür die Chirurgie, sondern auch beispielsweise für
lie gerichtliche Medizin bei der Bestimmung der
/aterschaft von großer Bedeutung geworden ist.
\uch die Vervollkommnung der chemischen Analyse
lurch Einführung des Pregl’schen Mikroverfahrens
1at einen Einfluß auf die Arbeiten der klinischen
‚aboratorien ausgeübt.
Dem größeren Publikum beziehungsweise dem
weiteren Auslande sind insbesondere die Resultate
ler Forschungen Professor Wagner-Jaureggs, des
>»hemaligen Vorstandes der Wiener Nervenklinik,
»jekannt geworden, die ja in der letzten Zeit ebenso
vie die Pregls mit der höchsten Auszeichnung, die einem
orscher zuteil werden kann, dem Nobelpreis, be-
lacht worden sind. Das Lebenswerk Wagner-Jaureggs
wstreckte sich vor allem auf zwei Arbeitsgebiete,
lie Kropfbehandlung, beziehungsweise die Be-
ämpfung des mit bestimmten Kropfformen ein-
‚ergehenden Kretinismus einerseits. anderseits