Object: Wirtschaft als Leben

i6o 
,Die Herrschaft des Wortes“, 
hinter denen die Nationalökonomie ihre „Grundbegriffe“ sucht. Über 
der Sorge um diese „Grundbegriffe“ kommt es ja dazu, daß sich diese 
Wissenschaft auf den bezüglichen Gebieten in einem hartnäckigen 
Wechselfieber der Definitionen und Theorien schüttelt. Wenn Dies 
auch den Kern der Wissenschaft so unberührt läßt, wie es einem 
Außenstehenden kaum begreiflich ist, soll es denn bloße scholastische 
Spiegelfechterei sein? Spielt da nicht unverkennbar das Streben mit, 
den Schnitt zu führen zwischen dem nationalökonomischen Denken 
und dem alltäglichen? 
Zum Glück ist kein Anlaß da, diese verwickelten Dinge schon in 
diesem Rahmen aufzurühren. Meine Zweifel brauche ich deswegen 
doch nicht zu verhehlen. Es scheint mir in der Tat, daß jenes gültige 
Streben wirkungslos verpuffen muß, solange es sich nur in jenen 
„wortgebundenen“ Problemen entladet, die in ihrer kindlichsten Gestalt 
eins sind mit Fragen von der Art: „Was ist die Wirtschaft?“, „Was 
ist der Wert?“ usw. — den ganzen nationalökonomischen Katechismus 
herunter. Wie kann man mit dem alltäglichen Denken fertig werden, 
wenn man sich in den gläubigen Dienst seiner ureigensten Spröß- 
linge stellt 1 
Es war wohl nötig, den Widerspruch gegen das nationalökono 
mische Herkommen zu betonen; das ist von Beginn an geschehen, 
und hier schimmern auch die tieferen Gründe durch. Der Weg aber, 
den ich hier einschlage, ist auf den Widerspruch gegen das Herkommen 
nicht angewiesen. Man darf geradeaus für das gute Recht der Probleme 
eintreten, die sich nur vor einem selbstbesonnenen Denken aufrollen, 
vor einem Denken der Einkehr. Zu ihnen gehört auch unser Problem, 
wenn ich seinen tieferen Zusammenhängen auch nicht gerecht werde. 
Aber jenen Vergleich, der uns schon vorher geleitet hat, greife ich 
jetzt etwas sorgsamer auf, um auf diesem Wege zu unserem Probleme 
zu gelangen. 
III. 
Das Naturgeschehen, ein Fallen, ein Stoßen, das ist uns ewiglich 
fremd. Wir begreifen es wohl aus dem Naturgesetz; aber was ist das 
anderes als der allgemeinste Ausdruck des Geschehens selber 1 Weil 
Diesem jener Gehalt fehlt, der in allem Handeln lebt, (mit dem Worte 
„Zweck“ aber nur höchst oberflächlich anklingt), deshalb lösen wir 
beim Naturgeschehen das Besondere im Allgemeinen auf, und vom 
Allgemeinen her, mit dem „Gesetz“ als Obersatz, erscheint uns das
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.