Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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klar hervor, daß deren Entwicklung von einem Fortschritt der ge 
sellschaftlichen Produktivkräfte begleitet ward. 
Die Sombartsche Klassifikation der Gewerbeformen ist noch 
viel weniger glücklich als die Büchersche. 
Als Merkmal für die Gewerbeform nimmt Sombart nicht den 
Umfang der gesellschaftlichen Wirtschaft, sondern den Umfang 
der Privatwirtschaftsorganisation und erhält folgende Gewerbe 
formen: 
1. Individualbetrieb 
2. Familienbetrieb 
3. Gehilfenbetrieb 
4. Erweiterter Gehilfenbetrieb 
5. Individualbetrieb im großen 
6. Gesellschaftlicher Betrieb im kleinen 
7. Manufaktur 
8. Fabrik. 
Abgesehen davon, daß ein Individualbetrieb kaum je vor dem 
Familienbetrieb existierte, ist die ganze Klassifikation Sombarts 
unhistorisch. So kann ein „Gehilfenbetrieb“ auch „Familien 
betrieb“ sein, sowie ein Handwerker-, ein Kustar- oder ein Betrieb 
eines Hausarbeiters. Alle von Sombart aufgezählten „Gewerbe 
formen“ sind absolut mit der Wirtschaftsentwicklung nicht ver 
bunden, weil sie alle, ausgenommen die Manufaktur und die 
Fabrik, weder mit der Wirtschaftsorganisation, noch mit den 
Wirtschaftsstufen in Zusammenhang stehen. 
Ob Gehilfenbetrieb oder Alleinbetrieb, hängt von den techni 
schen Bedingungen der Produktionsart und nicht von der Ent 
wicklungsstufe der Wirtschaft ab. Überhaupt kann nicht der 
Umfang der Privat Wirtschaft zum Maßstab der sozialen Wirt 
schaftsentwicklung gnommen werden, da diese durch ihren Um 
fang, sowie durch Zusammenhang einzelner Wirtschaften unter 
einander bestimmt wird. Die große Gutswirtschaft des Mittelalters 
bestand zur Zeit der Rayonwirtschaft, während der Kleinbetrieb 
des Kustars oder Hausarbeiters nur zu der Zeit entstehen konnte, 
wo sich eine Volkswirtschaft gebildet hatte. Gewisse Gewerbe 
zweige forderten die gemeinsame Arbeit der ganzen Gemeinde,
	        
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