Große Zuwächse bringen auch dem bestgeordaeten
Institute, insbesondere hier der Bibliothek, eine
ungeheure Mehrarbeit, schon allein auf dem Gebiete
der katalogmäßigen Einordnung, die um so
größer ist für ein Institut wie die Nationalbibliothek,
die schon von der ehemaligen Hofbibliothek her eine
Fülle ungelöster Fragen und Arbeiten gerade auf
dem Gebiete der Kataloge mit übernommen hatte, da
der chronische Mangel der Hofbibliothek an Arbeitskräften
es stets verhindert hatte, große Katalogsarbeiten
in Angriff zu nehmen und begonnene mit
Erfolg weiterzuführen. So stand man im Jahre 1918
vor der Frage, ob die Fortführung des Realkataloges
in der bisherigen schwerfälligen Anlage für die rasche
Erschließung auch der neueren Bestände für die Benützung
erwünscht erscheint, wobei man sich im Jahre
[923 entschloß, von nun an {für den Zuwachs statt
des Realkataloges einen Schlagwortkatalog anzulegen,
den sogenannten L-Katalog (Lesesaal-Katalog)
aber (Abschrift des alphabetischen Grundkataloges
zur Entlastung und Schonung
des Hauptkataloges für Lese-Saalzwecke)
durch fortgesetzte
Aufnahme des Zuwachses und
durch wesentlich beschleunigte
Abschrift des alten Bestandes
des Hauptkataloges einem
Möglichst baldigen Abschluß
und damit der in absehbarer
Zeit erwünschten direkten Be-Mitzungsmöglichkeit
durch die
Leser zuzuführen. Die im
Jahre 1923 beim Ordnungsbuchstaben
KATALOFF
Stehengebliebene Abschrift
Kid so bis zum Ordnungsüuchstaben
LOBEZ anfangs
Oktober 1928 durchgeführt.
Zahlenmäßig ausgedrückt sind
K für den Schlagwortstalog
etwa 506.600 Katank
für den alphabe-BIS
en L-Katalog 183.600
ätter herzustellen und sofort
NZureihen gewesen. Der Zu-TS
der Titelkopien für den
k Phabetischen Haupt-7
alog betrug für die gleiche
1028 (von 1923 bis Oktober
% ) 39.000 Stück. Dazu
quer den bis zum Jahre 1928
Nagı Sesamten Bestände der
außen bibliothek auf einem
ten ordentlich stark benütz-4
Gebiete, nämlich dem
Liter ütschen Sprach- und
aturgeschichte. für den
;chlagwortkatalog aufgenommen; die Drucklegung
lieses Teiles des Schlagwortkataloges ist soeben bendet
worden. Die damit geleistete Arbeit kann nur
‚on jenen beurteilt werden, die nicht nur unbesrenzte
Wünsche an eine Bibliothek zu stellen gevohnt
sind, sondern die zu deren Befriedigung bei
jestimmten Voraussetzungen zu leistende und zu
‚ewältigende Arbeit voll und richtig abzuschätzen
mstande sind.
Die VUeberwindung der räumlichen Einengung, die
ichaffung geräumiger Lesesäle, verbunden mit der
\usgestaltung der. Handbibliotheken, womit der Umang
der rasch zugänglichen Gebrauchsliteratur aussedehnt
wurde, hat zum Teil auch die unmittelare
Erschließung der seinerzeit vielfach mit
nrecht als „exklusiv” geltenden Hofbibliothek in der
‚unmehrigen Nationalbibliothek weiteren Kreisen ernöglicht.
Vor allem wurden die Lesestunden schon
m Mai I019 auf die Zeit von 9 bis 4 Uhr und seit
km Jahre 1020 noch auf die Zeit von O0 bis 3 und
„edertasche in Lederschnittarbeit zu einem Reisebrevier (15. Jahrhundert). (Handschrift
er. nov. 3783 der Nationalbihliothek. Ankauf aus dem Museum der Diözese Secdkau-Graz)