Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Wien-Barockkmuseum (Unteres Belvedere) Marmorsaal 
NEUGESCHAFFENE SAMMLUNGEN IM BEREICH DES BELVEDERE 
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde 
das Obere Belvedere wieder für museale Zwecke ver- 
fügbar, die „Moderne Abteilung” des Hofmuseums 
Wurde der Österreichischen Galerie zugewiesen, die 
8otischen Sammlungsobjekte österreichischer Provenienz 
aus der Staatsgalerie fügten sich als Leihgaben den 
Sammlungen alter Meister im Kunsthistorischen Mu- 
Seum ein, die Werke österreichischer Barockkunst 
Wurden aus den Sammlungen des Kunsthistorischen 
Museums zur Ergänzung des Barockmuseums der 
Österreichischen Galerie als Leihgaben überstellt. Aus 
den Bemühungen, das künstlerische Vermächtnis der 
Monarchie wesentlich zu erfassen und zu gruppieren, 
kristallisierte sich zunächst eine museale Einheit be- 
Sönderer Art: das Österreichische Barockkmuseum im 
Unteren Belvedere, die Entfaltung der heimischen 
Kunst _ amorph in der Verteilung auf einzelne 
Sammlungen und in fremder Umgebung, vergessen in 
Depots — in der Pracht der Räume ihrer Zeit im 
Unteren Belvedere. Dieses Barockmuseum wurde im 
Frühjahr 1923 eröffnet. Es bildet für die Österreichi- 
Sche Galerie das Fundament musealen Aufbaues 
SPäterer Epochen, zunächst der Galerie des XIX. Jahr- 
hunderts im Oberen Belvedere, dann im weiteren 
Plan der Modernen Galerie in der Orangerie des 
Belvedere. Es galt die Galerie des XIX. Jahrhunderts 
a Selbständige museale Einheit zu gestalten. Von 
XVIlr SPhinischen Aufklärungszeit, vom ausgehenden 
wi Er Jahrhundert, führt eine ungebrochene Ent- 
von ng bis zu den Achtziger-, Neunzigerjahren des 
OTigen Jahrhunderts. Aus den verfügbaren Beständen 
ler Staatsgalerie, der modernen Abteilung des Kunst- 
ıistorischen Museums, wichtigen Leihgaben der Aka- 
lemiegalerie und der Albertina, und vielen Neuer- 
verbungen der Staatsgalerie entstand die Galerie des 
XIX. Jahrhunderts im Oberen Belvedere, welche im 
Terbst 1024 eröffnet wurde. . 
In wechselnden Ausstellungen im Oberen Belvedere 
vird außerdem eine Ergänzung der musealen Dar- 
stellung der Kunst des XIX. Jahrhunderts geboten. 
3isher wurden elf Ausstellungen veranstaltet. Aus- 
ührliche wissenschaftliche Kataloge mit Abbildung 
ämtlicher Kunstwerke des Barockmuseums und der 
Salerie des XIX. Jahrhunderts erschienen bei Eröff- 
ıung der Sammlungen. Ebenso Verzeichnisse der 
vechselnden Ausstellungen. 
Die Galerie des XIX. Jahrhunderts und das Barock- 
nuseum im Unteren Belvedere sind zwei selbständige 
Teile einer Österreichischen Galerie. Diesen beiden 
Teilen soll in absehbarer Zeit ein dritter, baulich ab- 
zesondert im Belvederekomplex, zugesellt werden: die 
Vioderne Galerie, das Kunstschaffen der lebenden 
Zeneration seit den Neunzigerjahren des vorigen 
ahrhunderts umfassend, mit eigenartigen musealen 
"rfordernissen. Der Verein der Museumsfreunde in 
Wien, vor IO Jahren als Österreichischer Staatsgalerie- 
‚erein begründet, dann weiteren Interessen zugewandt, 
ıat sich — außer den wertvollen Erwerbungen einzelner 
{unstwerke für die Staatsgalerie — die Aufgabe zu 
gen gemacht, die bauliche Gestaltung dieser für die 
<ünstlerische Gegenwart lebensnotwendigen Sammlung 
nit den verfügbaren Mitteln und Kräften zu fördern.
	        
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