die schlichte Bezeichnung „Burgtheater”, . während in
Deutschland meist Titel wie: Staats-, Landes- oder
Nationaltheater gewählt wurden. Im Juni 1920 wurde
für die Verwaltung ein Präsident eingesetzt und
Sektionschef Dr. Adolf Vetter für diese Stellung aus-
ersehen, die er durch drei Jahre hindurch bekleidete.
Ihm folgte 1023 Bundestheaterkommissär Renkin,
1924 Sektionschef Prüger, bis 1026 Franz Schneiderhan
als Generaldirektor die oberste Führung der Bundes-
theater übernahm.
Nodch viel mannigfacher waren aber die Veränderungen
im Burgtheater selbst. Der erste Dramaturg Bahr
schied im August I919 aus, an seine Stelle trat Doktor
Stefan Hock. An Künstlern schieden aus: Arnold
Korff, Harry Walden, Hans Marr, Alfred Gerasch,
Hans Lackner, Regisseur Arthur Holz; eintraten:
Hans Thimig, Alma Seidler, Emerich Reimers, Fer-
dinand Maierhofer, Karl Forest, Josef Danegger, Paul
7ranger, Philipp Zeska, Raoul Aslan, Otto Schmöle,
Auguste Pünkösdy. — Die Schwierigkeiten der Aus-
gestaltung des Ensembles lagen vor allem in der da-
maligen Dissonanz der deutschen und österreichischen
Währung und in den nicht geringen Schwankungen
der österreichischen Valuta, die Abschlüssen mit
deutschen Künstlern entgegenstand. Zudem wurden
1920 Oskar Gimnig und Tilly Kutschera dem Burg-
theater durch den Tod entrissen.
Albert Heine
Direktor vom I. November 1918 bis 3l. Jänner 1921
Künstler des Burgtheaters zusammen, um gemeinsam
für die Erhaltung und Sicherung ihrer Existenz ein-
zutreten. Sie fanden bei den führenden Männern des
neuen Staates warmes Verständnis, und so konnte
auch hier an den Wiederaufbau geschritten werden.
Freilich blieb lange Zeit eine gewisse Unsicherheit
vorhanden, mancher Künstler war auf dem Sprung,
wegzugehen. Aber allmählich klärten sich die Ver-
hältnisse doch so weit, daß ein ruhiges und ziel-
bewußtes Arbeiten einsetzen konnte.
Das ehemalige k. k. Hofburgtheater und die ehe-
malige k. k. Hofoper wurden zunächst als „Staats-
theater” der Verwaltung des Hofärars unterstellt,
deren oberste Leitung Staatsnotar Dr. Sylvester
16. November 1918 bis 3. März 1919) und nach ihm
Eugen Beck-Managetta (3. März I919 bis 16. Juni
[920) inne hatten, die mit außerordentlichem Geschick
manche der schwierigen Überleitungsfragen lösten.
Zum Direktor wurde am I. November 1918 Albert
Heine berufen, nachdem vom I. September bis
3l. Oktober 1918 ein geschäftsführendes Kollegium,
bestehend aus den Herren Hermann Bahr als ersten
Dramaturgen, Robert Michl als Vertreter der General-
ıntendanz und Max Devrient als Regisseur die Leitung
übernommen hatte. Nun erhielten die Theater den
Titel „Bundestheater” und das k. k. Hotburgtheater
Max Paulsen
Direktor vom 1. August 1922 bis 31. Juli 1923
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