begleitung (Professor Carl Lafıte); Schauspieler- und
Urheberrecht (Professor Dr. Siegfried Türkel).
Die Reform der Lehrerbildungskurse bildete
bereits vor dem Kriege den Gegenstand eingehender
Beratungen. Der Krieg hatte aber diese Vorarbeiten
unterbrochen und nach dem Umsturz mußte die
Neugestaltung der Lehrerbildungskurse gegenüber
anderen, dringenderen Sorgen zunächst in den
Hintergrund treten. Erst im Jahre 1927 wurden,
nachdem auch das Bundesministerium für Unterricht
die Initiative ergriffen hatte, die Beratungen über die
Neuorganisation des Musiklehrerseminars wieder auf-
genommen. Regierungsrat Professor Hans Enders
wurde im Einvernehmen mit dem Bundesministerium
für Unterricht nach Berlin entsendet, um dort die
Verhältnisse an dem Seminar für Schülmusikpflege
kennen zu lernen. Die Direktion legte schließlich
nicht nur einen genauen Entwurf für ein der Aka-
demie anzugliederndes Lehrerseminar vor, sondern
äußerte sich in einem eingehenden Bericht auch
über alle gegenwärtig der Entscheidung harrenden
Fragen des Privatmusikunterrichtes, der Schulmusik
sowie des musikalischen Berechtigungswesens. Der
Entwurf diente als Grundlage für die unter Teil-
nahme aller Fachkreise im Ministerium gepflogenen
Beratungen, welche das. Ergebnis hatten, daß an der
Akademie ein pädagogisches Seminar errichtet
wurde; die bisherigen Lehrerbildungskurse wurden
aufgelassen.
Die Unterrichtstätigkeit findet eine wichtige. Er-
gänzung in dem Aufführungswesen. Auch auf
diesem Gebiete wurde unablässig daran gearbeitet,
den Theater- und Konzertbetrieb den Bedürfnissen
aller Lehrfächer anzupassen. So ist denn in den
letzten Jahren das Bestreben wahrzunehmen, die
starre Reihe der bisher üblichen Veranstaltungstypen
zu durchbrechen und Abwechslung in die Gestaltung
der Programme zu bringen. Es wurden Vortrags-
abende der Violinklassen mit Orchester veranstaltet,
Lieder- und Arienabende der Gesangsklassen; der
Literatur für zwei Klaviere werden eigene Abende
Sewidmet. Die Kompositionsschüler kommen in be-
Sonderen Veranstaltungen auch mit Orchester zu
Wort. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Auf-
führungen nicht nur den Mitwirkenden Gelegenheit
geben sollen, ihr Können vor Zuhörern zu erproben,
Sondern auch eine Quelle der allgemeinen musikalischen
Bildung der übrigen, die Veranstaltungen besuchenden
Schüler sein können, führte Hofrat Professor Dr. Marx,
Während er die Leitung der Akademie innehatte, die
sogenannten „Stilabende” ein, in deren Programmen
Werke entweder eines Meisters, mit einheitlicher Stil-
richtung oder von besonderer Charakteristik für
einzelne Entwicklungsphasen der Musikgeschichte zur
Aufführung gelangten, wobei der lehrhafte Zweck
noch durch einführende Vorträge gefördert wurde.
Vom Jahre 1926 an erscheinen in der Reihe der
Veranstaltungen auch wieder Oratorienauffüh-
‚ungen, und zwar Haydns „Jahreszeiten”, Mendels-
;sohns „FElias”, das „Requiem” von Mozart und Bachs
‚Matthäuspassion”, sämtlich unter Leitung von Pro-
essor Peterlini. Nach Einführung des Hauptfaches
‚Künstlerischer Tanz” begegnen wir auch alljährlich
len für die Schule für Tanz und Körperbildung
veranstalteten Tanzabenden. Neue Gebiete wurden
ıuch in den Aufführungen der Opernschule betreten,
ndem: mit der Aufführung von Johann Strauß’
‚Indigo” auch die klassische Operette einmal in
len Studienplan einbezogen wurde. Durch die Auf-
ührung von Händels „Julius Cäsar” schloß sich die
Akademie der jetzt namentlich in Deutschland immer
nehr Boden gewinnenden Händel-Renaissance
an. Beethovens I50. Todestag wurde durch eine
nterne Schulfeier, einen Kammermusikabend und ein
Orchesterkonzert festlich begangen. Die 100. Wieder-
zxehr von Schuberts Todestag wurde durch
aänen internen Abend gefeiert. Eine eigene Ge-
lenkfeier wurde auch dem unmittelbar vor seinem SO.
Geburtstage dahingegangenen Meister und ehemaligen
‚ehrer der Anstalt, Robert Fuchs gewidmet. Eine
lenkwürdige, wenn auch nicht im Rahmen der
Akademieveranstaltungen stattgefundene Aufführung
war das zugunsten der Schülerlade im Sommer-
;emester des Schuljahres 1927/28 von den Professoren
der Klavierfachgruppe im großen Musikvereinssaale
veranstaltete Konzert. .
Eine für den Unterrichtsbetrieb der Anstalt sehr
sedeutungsvolle Maßnahme bildet die in den letzten
zwei Jahren im Einvernehmen mit dem Bundesmini-
sterium für Unterricht beobachtete, weitgehende Be-
schränkung der Neuaufnahmen. Es wurde
Jamit ein doppelter Zweck erreicht. Da die Akademie
zewiß in erster Reihe für solche Aufnahmswerbeır
lie geeignete Anstalt ist, denen die Musik Lebens-
beruf ist, kann das Maß der zur Aufnahme erforder-
ichen Begabung nicht hoch genug hinaufgesetzt
verden. Dies ergibt sich als notwendige Folge der
\ufnahmebeschränkung. Weiters wird aber dadurch
ıuch die Schülerzahl in Einklang gebracht mit den
‚erfügbaren Lehrstunden. Diese Maßnahme bot über-
dies die Möglichkeit, die wöchentliche Vorspielzeit
in den höheren Jahrgängen der Klavierklassen von
Y. Stunden auf eine Stunde zu erhöhen. Sie bildet
auch die Ursache, weshalb die Schülerzahl, welche
nach dem Kriege sprunghaft hinaufschnellte, in den
letzten Jahren wieder zurückging.
Abteilung für Kirchenmusik.
Am Datum der Kriegsbeendigung befand sich die
Abteilung noch im Stifte Klosterneuburg. Den Unter-
icht versahen Professor Max Springer (als Lehrer)
ınd die beiden Professoren Franz Moißl und Pro-
essor Andreas Weißenbäck. Professor Hans
*nders nahm im Dezember den Unterricht wieder