Och mußte einräumen, daß die geringe Tätigkeit des
. § Bundes in den letzten Jahren zumteil auch auf Mei-
nungversschiedenheiten zurückzuführen sei. Ein Teil der
Mitglieder sei mit dem eingehen auf einzelne Fragen
nicht einverstanden gewesen. Sie wünschten eine Wirk-
samkeit nach Art der englischen, amerikanischen und
australischen Vereine, deren Tätigkeit mehr dem Endziel
als den Forderungen des Tages gewidmet sei.
Eine solche mehr literarische und Versammlungtätig-
keit widerspreche aber meinen Neigungen und meinem
können. Ich hätte immer gesucht, an jede Sache heran-
zukommen durch Einflußnahme auf die Gesetzgebung. Die
anders denkenden hätten mit gleichem Recht mehr Wert
auf eine größere Verbreitung der Ideen des Bundes ge-
legt. Wie man darüber auch denken möge, eins erscheine
mir sicher, nämlich, daß wenn der unzufriedenen Richtung
im Bunde die Bekehrung der Massen gelungen sei, ihr
doch nichts weiter übrig bleiben werde, als den selben
Weg zu gehen, den ich gegangen sei, d. h. Einfluß auf die
einzelnen konkreten Dinge zu suchen. Die gerügten Män-
gel lägen deshalb wohl nicht so sehr in der Unrichtigkeit
des Weges, den ich beschritten habe, als in der geringen
];5st von Personen, die sich zur Verfügung gestellt
atten.
Damaschke berichtete über unsere Zeitschrift Frei Land.
Wenn Frei Land heute ein Ende finden sollte, so hoffe er
doch, daß das gedenken dessen, was er mit Hilfe seiner
treuen Mitarbeiter leisten durfte, das Dasein des Blattes
überleben werde. Schon jetzt gelte Frei Land bei allen
Sozialpolitikern als eine wichtige Quelle für die Be-
strebungen der Sozialreformer, und ältere Jahrgänge
seien kaum zu erlangen. Auch dieser Bericht wurde mit
lebhaftem Beifall aufgenommen.
Nach dem Bericht des Kasssenführers A. Jurk hatten
die Ausgaben im Jahr 1895 Mk. 1724,82 und im letztem
18 Freese, Bodenreform m-
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