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Dritter Teil.
men haben sie natürlich ihre Richtigkeit1°®%, Wenn man den
entsprechenden Quellen Glauben schenken darf, so wäre auch
die auffallend hohe Zahl unehelicher Geburten im Rom der
fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts auf ähnliche Invasionen
zurückzuführen; sie wären nämlich den Scharen „der Rom-
veisenden zuzuschreiben. Denn se gli uni sono pü pellegrini,
o sapienti riflessivi, o curiosi antiquari, gli altri sono spen-
sierati, buontemponi, che arrivano a Roma piene le mani di
denaro, e il cuore di lussuria. Als Beweis für diese Tatsache
galten zwei Feststellungen, die Höhe des Fremdenverkehrs in
den Monaten Oktober bis Dezember und die Höhe der Einliefe-
rung von Findelkindern in den Monaten Juni bis August; zwei
Zeitpunkte, zwischen denen neun Monate lagen!10, In Zürich
glaubte man als Ergebnis einer Ausscheidung der unehelichen
Väter nach Heimat und Beruf nach dem Statistischen Jahr-
buch 1909 folgendes feststellen zu können: Der große Teil der
Väter außerehelicher Kinder stammt aus dem Ausland, vor
allem aus dem Deutschen Reich. Es sind dies besonders in der
Industrie beschäftigte Arbeiter11l, Indes konnte man gleich-
zeitig feststellen, daß in sämtlichen Jahren 1904 bis 1910
der größere Teil der unehelichen Mütter ebenfalls aus dem
Ausland stammte, nämlich durchschnittlich zu 54 0%. Die
Schweiz wies nur 460% auf; ihr Anteil schien in den letzten
Jahren sogar noch etwas im Zurückgehen begriffen zu sein, so
daß demgemäß der Anteil der Ausländerinnen weiter gestiegen
sein müßte112, Die große Zahl der ausländischen Schwängerer,
gegen die man sich mit Recht wehrte, um die erwähnte
109 Max Marcuse, Das Kriegskinderproblem und die Frage nach der
Straflosigkeit der Abtreibung von durch Notzucht empfangenen Früchten,
im Archiv für Kriminologie, Bd. 68, S. 155.
40 Giacomo Margotti, Roma e Londra, Torino 1858, Fory, p. 425.
14 Th, Rud. Speich, Die unehelichen Geburten in der Stadt Zürich,
(Diss, Zürich 1914.) Glarus 1914, Buchdr. Glarner Nachrichten, p. 128.
232 Speich, S. 47.