auch diese zeigen ein sehr erfreuliches Ansteigen.
Um nur die wichtigsten herauszugreifen, seien folgende
erwähnt: ;
Für allgemeine Förderung der Landeskultur
xonnten im Jahre 1923 nur 0°6O Millionen Schilling
Jereitgestellt werden. In der Erkenntnis der Wichtig-
keit dieses Wirtschaftszweiges, insbesondere auch. für
die Zahlungsbilanz, wurde der Kredit, ungeachtet
dem Bunde auf diesem Gebiete nach der Verfassung
m allgemeinen nur die Grundsatzgesetzgebung ob-
jiegt, von Jahr zu Jahr sehr gesteigert und wir finden
niefür im Voranschlag 1028 die Summe von 85 Mil-
lionen Schilling. Die bekannten Erfolge der Produk-
tionssteigerung auf fast allen Gebieten der Landwirt-
schaft zeigen, wie wichtig, aber auch wie erfolgreich
diese finanzielle Betätigung ist.
Nicht minder weist die budgetäre Fürsorge für die
verschiedenen Zweige des Bauwesens im laufenden
Aufwande eine sehr erfreuliche Entwicklung auf.
Der Aufwand für Hochbauten und Gebäudeerhal-
tung betrug im Jahre 1023 insgesamt 7°0 Millionen
Schilling, im Voranschlage 1928 sind hingegen hiefür
in der laufenden Gebarung allein 0°7 Millionen Schil-
ling bewilligt.
Der Kredit für Straßenbauten betrug
1923. . . . 978 Millionen Schilling
laufend) 1028. ... WO.“
ınd jener für Wasserbauten einschließlich der Wild-
sachverbauung
1923. . . . 41 Milionen Schilling
(laufend) 1928 . . . . 10°8 # ;
Die harte und strenge Schule, die die österreichi-
‚he Staatswirtschaft in den Jahren 1023 bis 1026
ıbsolvieren mußte, war nicht vergebens: die Republik
1at die Prüfung mit Erfolg bestanden. Sie hat aber
such nicht vergessen, was sie zu lernen gezwungen
vorden war: Weitblickende Wirtschaftlichkeit und
3parsamkeit in allem und jedem auch dann zu üben,
venn die äußeren Fesseln gefallen und der Volks-
ville sich wieder frei betätigen kann. Nur dieser
vertvollen Errungenschaft haben wir es zu danken,
venn der Bundeshaushalt im laufenden Jahre. trotz
ler ganz unerwarteten Verzögerung des Zustande-
commens der neuen Investitionsanleihe keine Störung
:rleidet.
So können wir an der zehnten Jahreswende des
Bestandes der Republik die Ordnung im Bundeshaus-
halte als einen vollen Erfolg feiern — ein Erfolg, der
uns aber keineswegs zu Sorglosigkeit oder Leicht-
fertigkeit verleiten darf, der vielmehr erhalten bleiben
muß und nur erhalten werden kann, wenn Wirtschaft-
lichkeit und strengste Sparsamkeit dauernd die Führung
im Haushalte bewahren.
DIE ZAHLUNGSBILANZ ÖSTERREICHS
UNTER BENUTZUNG DES ERGEBNISSES AMTLICHER ERHEBUNGEN)
Von Ministerialrat Dr. Hugo Zienert.
Ehe wir uns dem Problem der österreichischen
Zahlungsbilanz zuwenden, seien einige Worte der
Erörterung des Sprachgebrauchs „aktive” und „passive
Zahlungsbilanz” gewidmet, da dieser erfahrungsgemäß
oft zu unklaren oder irrigen Vorstellungen Anlaß
gibt. Außerdem sollen hier der Erkenntniswert zahlungs-
bilanzstatistischer Untersuchungen und die einschlägi-
gen Arbeiten der neueren Zeit kurz besprochen
werden.
Da die Zahlungsbilanz versucht, sämtliche Wirt-
Schaftsvorgänge zu erfassen, die Zahlungstitel dem
Ausland gegenüber begründen, gehören dazu auch
gegebene oder genommene Kredite, durch die der
Saldo der Zahlungen zum Ausgleich gebracht sein
muß. Es ist daher eine „aktive” oder „passive”
Zahlungsbilanz als Ganzes begrifflich ausgeschlossen.
Wenn trotzdem dieser Ausdruck im Sprachgebrauch
vorkommt, so ist er dahin zu verstehen, daß sich die
Aktiv- und Passivseiten jener Posten der Zahlungs-
bilanz, die aus Leistungen innerhalb der Bilanzperiode
Nerrühren. einschließlich jener Gruppen von Wert-
übertragungen, denen keine Gegenleistung gegen-
jibersteht, nicht völlig ausgleichen, so daß sich aus
hnen ein Saldo ergibt; man spricht dann, wenn ein
Achr von Forderungen vorliegt von einer „aktiven”
venn sich ein Mehr von Verpflichtungen ergibt, von
;iner „passiven” Zahlungsbilanz. Tatsächlich ist aber
lieser Saldo, wie gesagt, durch die gewährten oder
zenommenen Kredite ausgeglichen.
Die Zahlungsbilanz erfaßt nur jene wirtschaftlichen
/orgänge gegenüber dem Ausland, durch die Schulden
nd Forderungen begründet werden, . kümmert sich
ber nicht um die weitere Auswirkung dieser Vorgänge.
5ie gibt, wenn man von den mit der Wanderbewegung
‚erbundenen Wertverschiebungen absieht, insbeson-
lere keinen Aufschluß darüber, ob diese Vorgänge
zu einer Vermehrung oder Minderung des National-
vermögens führen. Ein „aktiver” Saldo zeigt den-
enigen Bestandteil des Nationalvermögens an, der
n der Bilanzperiode im Ausland angelegt wurde. Die
Tatsache einer „passiven” Bilanz sagt nichts anderes,
als daß das Ausland uns Kredit gewährt hat. Wirt-