“rzeugungsbedingungen unstreitig ungünstiger als in
einer Reihe von Nachbarländern sind, nicht recht hin-
reichte. Sind doch die Felderträge beim Rübenbau durch-
schnittlich niedriger als in der Tschechoslovakei und
auch die Fabriksausbeuten bleiben besonders hinter den
in Böhmen erzielten wesentlich zurück.
Oesterreich
Tschecho- darunter |
slovakei Böhmen
1918/19
Feldertrag in q..... 150 !
Ausbeute in % ..... 10:2
1919/20 ]
Feldertrag in q..... 156 /
Ausbeute in % ..... | 134 |
1920/21 '
Feldertrag in q..... 179 |
Ausbeute in % ..... 16:0
1921/22
Feldertrag in q..... | 118 |
Ausbeute in % ..... 15:7
1922/23 .
Feldertrag in q..... | 156 |
Ausbeute in % .....' 14:9
1923/24
Yeldertrag in q.....) 242 |
Ausbeute in % .....| 15:1
1924/25 |
Yeldertrag in q..... 236
Ausbeute in % ..... 16:9
1925/26
Feldertrag in q..... 1839
Ausbeute in % ..... 165
1926/27
Feldertrag in q....." 255 241 248
Ausbeute in % ..... 16:7 167 16:6
1927/28
Feldertrag in q..... 280 266 ; 269
Ausbeute in % ..... 16:7 168 17°0
Außerdem bewirken ein schon durch die Höhe der
Fracht bedingter höherer Kohlenpreis, höhere Löhne und
höhere sozialpolitische Lasten tatsächlich ungünstigere
Produktionsbedingungen als in Nachbarländern. Daher
wurde es allgemein als gerechtfertigt angesehen, daß
mit dem Gesetz vom I8. März 1926 der Zoll von 16 auf
22 Goldkronen (einschließlich der Verbrauchsabgabe von
10 Goldkronen, die auch den inländischen Zucker be-
lastet) erhöht wurde. Der Zoll auf Rohzucker, der zur
Raffination im Inland eingeführt wird,. wurde mit
1670 Goldkronen bemessen. Der erhöhte Zollschutz hat
zu einer weiteren Ausdehnung des Rübenbaues (1927/28
13.529 ha gegen 18.677 ha im Jahre 1926/27 geführt und
m Frühjahr 1928 wurden gar 27.836 ha mit Rübe bebaut.
Das stete Sinken des Weltzuckerpreises und die durch
die Weltkrise hervorgerufenen Ausbietungen fremden
DIE LANDWIRTSCHAFTLICH
Als vor zehn Jahren der Zusammenbruch des alten
Öesterreich erfolgte, da lag die landwirtschaftliche
Spiritusindustrie der Länder, die das heutige Oester-
reich umfassen, stark im Argen. Der während der
Kriegszeit herrschende Mangel an Lebensmitteln
und Material brachte es mit sich, daß die Spiritus-
erzeugung in den landwirtschaftlichen Brennereien,
lie ja als Rohstoffe Kartoffeln, Getreide, eventuell
Zuckers zu äußerst gedrückten Preisen stellten indes eine
veitere günstige Entwicklung des Rübenbaues und der
Zuckererzeugung in Frage, ja man mußte besorgen, daß
jiele Landwirte den unlohnend, ja verlustbringend ge-
wvordenen Rübenbau einschränken oder ganz aufgeben
werden. Das mühsame Aufbauwerk war in Frage gestellt
ınd die Landwirtschaft erhob daher mit allem Nachdruck
die Forderung nach erhöhtem Zollschutz. Der
Nationalrat beschloß auch (Gesetz vom 16. Dezember
1028) eine Erhöhung des Zuckerzolles auf 28 Goldkronen,
bzw. bei dem zur Raffination eingeführten Rohzucker
ıuf 20 Goldkronen. Da aber diese Sätze nicht in Kraft
Treten können, solange der österreichisch-tschecho-
;lovakische Handelsvertrag wirksam ist, wurde das Aus-
‘ilfsmittel gewählt, daß die Zuckersteuer von 10 auf
16 Goldkronen erhöht und, was nach dem erwähnten
Tandelsvertrag ohne weiters zulässig war, auch der Zoll
ım denselben Betrag (auf 28 Goldkronen allgemein und
22 Goldkronen für Rohzucker zu Raffinationszwecken)
ainaufgesetzt wurde. Gleichzeitig wurde zum Schutz der
Verbraucher die Bestimmung dem Gesetz einverleibt,
laß die .Zuckersteuer bzw. der Zuckerzoll äußerstens bis
zum Betrage der alten Sätze (22 Goldkronen für den
ıllgemeinen Zoll und 10 Goldkronen für die Verbrauchs-
ıbgabe) herabgesetzt wird, wenn der Preis für Raffinade-
:ucker, ausländischer Herkunft, unverzollt und unver-
steuert ab Grenze Lundeunburg, über 45 Schilling für
00 kg hinausgeht. Die Steuererhöhung wird in der
Weise für den Schutz des Rübenbaues und der inländi-
schen Zuckererzeugung nutzbar gemacht, daß Zuzahlungen
ıuf den Rübenpreis erfolgen, um diesen womöglich auf
5 480 für 100 kg zu erhöhen.
Da durch dieses Gesetz einigermaßen die Rentabilität
les Rübenbaues gesichert ist, darf man erwarten, daß
lübenbau und Zucdererzeugung sich auch
veiter in Oesterreich günstig entwiceln
verden. Die Rübe hilft ein lebenswichtiges Nahrungs-
nittel im Inland herstellen, sie liefert weit mehr Nähr-
toffe auf der Flächeneinheit als irgend eine andere
rucht (nach Paul Eltzbacher, „Die deutsche Volks-
rnährung”, 1014, liefert Roggen 51, Weizen 6°5, die
sartoffeln 9°60 und die Zuckerrübe 23'°8 Milliarden
salorien an Nährwerten auf einem Hektar), sondern
teigert durch die Verbesserung des Bodens auch die
xträge bei den nach der Rübe gebauten Feldfrüchten.
Jaß schließlich stärkerer Rübenbau vermehrte Arbeitsge-
egenheit und eine längere Kampagne den Saisonarbeitern
ıuch längere Verdienstmöglichkeit bietet, ist gerade bei
len jetzigen Verhältnissen hoch anzuschlagen.
EN SPIRITUSBRENNERFIEN
Zuckerrüben verwendeten, verboten und die kupferne
\pparatur für Kriegszwecke requiriert wurde. Durch
lie Zwangsbewirtschaftung der Kartoffeln fehlte es
ıuch an einem entsprechenden Saatgut. Ohne Ap-
yaratur und Rohstoffe mit vernachlässigten Gebäuden
tanden die lJandwirtschaftlichen Brennereien bei
“riedensschluß da. Aber es galt nicht nur die be-
tandenen Brennereien wieder in Betrieb zu setzen.