Phot. Höfrat Ing. Heurich
Triftklause. Sibratsgfäll im Bregenzerwalde (Vorarlberg)
während des Baues
Die Laubholzbestände finden sich zumeist in den
lachen, tiefer gelegenen Gebieten der Donauländer,
Nieder- und Oberösterreichs und im Burgenlande.
Die Schwarzkiefer — eine Österreichische Besonderheit
— kommt in geschlossenen Beständen nur in
Niederösterreich, auf den östlichen Ausläufern der
Kalkalpen, südlich von Wien vor. Sie ist forstwirtschaftlich
insbesondere deshalb von großer Bedeu-‚ung,
weil sie die genügsamste Holzart des Ertragswaldes
ist und für Aufforstungen auf armen Böden
in warmen Lagen auch außerhalb ihres natürlichen
Verbreitungsgebietes in Verwendung genommen wird,
so zum Beispiel im Marchfelde. Ueberdies eignet sie
sich ganz ausgezeichnet für die Harzgewinnung und
bildet so die Grundlage für die Harzindustrien Nieder-Österreichs.
In der Ebene sind die intensiveren landwirtschaftlichen
Kulturen vorherrschend und der Wald
erscheint auf die minderen Standorte zurückgedrängt.
Im Berglande .tritt der Feldbau mehr zurück, die
Wiesen herrschen vor, Laub- und Nadelwald bedecken
schon größere zusammenhängende Flächen. In der
Voralpenregion wechseln Nadelwälder mit Alpen und
Weiden. Dies ist die eigentliche und hauptsächlichste
Waldregion. Das Wachstum der einzelnen Holzarten
hört je nach der Höhenlage der Gebiete und zum
Teil auch nach der Geländegestaltung in verschiedenen
Meereshöhen auf. Im allgemeinen bleiben die Laubnölzer
früher zurück. Die obere Grenze der Buchenbestände
wird in den nördlichen Kalkalpen Oesterreichs
mit 1300 bis 1400 Meter Seehöhe angegeben.
Die Fichte erreicht in Niederösterreich und in den
5stlichen Ausläufern der Zentralalpen eine Seehöhe
von I500 bis 1700 Meter und kommt in den Zentralalpen
auch noch über 2000 Meter Höhe vor. Die
oberste Region erreicht wohl die Zirbelkiefer, die bis
etwa 2300 Meter hinansteigt. Diese Waldregion wird
im Alpenlande häufig nach oben abgeschlossen, durch
die Region der Legföhre oder Krummholzkiefer, welche
allerdings nur mehr strauchartigen Charakter hat.
Von den Laubhölzern ist es insbesondere die Grünarle,
die als Strauch noch sehr hoch anzutreffen ist.
‘n Oesterreich stehen‘ rund 096°4% der Wälder im
Adochwaldbetriebe. Die Umtriebszeit beträgt 70 bis
40 Jahre. 2‘6% der Forste werden im Niederwaldbetrieb
bewirtschaftet (die Umtriebszeit beträgt 15
bis 40 Jahre), während nur 1% der Waldfläche
Desterreichs im Mittelwaldbetrieb steht. Der Hochwaldbetrieb
herrscht also unbedingt vor, In besonders
hohem Maße wird die Holzgewinnung bei uns in Oesterreich
beeinträchtigt durch die außerordentlich schwere
Bringung und Lieferung des Holzes von den Schlagorten
zu den Verbrauchsorten. Die Holzbringung erfolgt entweder
zu Wasser oder zu Land; zu Wasser mittels Trift
ınd Flößerei. Um die für die Trift entsprechenden Wassernengen
anzusammeln, müssen oft große Stauwerke,
;ogenannte Klausen, errichtet werden. Die Triftstrecke
>rfordert vielfach Schutzbauten und schließlich müssen
techenanlagen, das sind Vorrichtungen zum Auffangen
ınd Sammeln des Holzes, errichtet werden. Die
lößerei, also der Transport gebundenen Holzes,
vird betrieben auf der Donau, Drau, Möl, Mur,
5alza, Enns und dem Inn. Für den Landtransport
lienen Waldeisenhahnen, Straßen, Wald-, Schlitt- und
tieswege, Drahtseilbahnen, Drahtseilriesen und sonstige
tiesen aller Art, wie Holz-, Erd-, Wasser-, Schneeınd
Eisriesen. Die Holzbringung ist oft so schwierig
ınd kostspielig, daß sich die Nutzung von Hölzern
'ntweder überhaupt nicht oder nur die Nutzung der
vertvollsten Stammstücke rentiert. Infolgedessen kann
n solchen Gebieten eine intensive, wenn auch notvendige
Pflege der Bestände nicht stattfinden. Eine
ntensivierung der Forstwirtschaft in unserem Hochgebirge
etzt daher die dauernde Aufschließung der Wälder
lurch Bringungsanlagen voraus, was allerdings beleutende
Kapitalsinvestitionen erfordert.
Der durchschnittliche jährliche Gesamtzuwachs an
lolz beträgt nach dem Stande der Waldbewirtchaftung
zu Ende 10926 je Hektar 2'°07 Festmeter.
)ie jährliche Holzproduktion beträgt demnach rund
„320.000 Festmeter. Von diesem Holzzuwachs entallen
617%, auf Nutzholz und 38‘3% auf Brennholz,
der 16% auf Hartholz und 84%, auf Weichholz. Neben
lem Holz als Hauptprodukt gestattet der Wald noch verchiedene
Nebennutzungen. Es sind dies die Harz-, Riedenınd
Streugewinnung, die Weide, die Gewinnung von Waldjeeren,
Schwämmen, Waldsamen u. dgl. Auch die Jagd
vird vielfach als Nebennutzung des Waldes angesehen.
In erster Linie deckt die Forstwirtschaft den Bedarf
les Inlandes an Holz. Ueberdies bietet sie auch noch
las Rohprodukt für Handel und Gewerbe sowie für
ahlreiche Industrien. Oesterreich besitzt eine weit verreitete
Sägeindustrie. Von besonderer Bedeutung ist
‚uch die gut eingerichtete Papierindustrie, die im Außen-‚andel
eine ganz bedeutende Rolle spielt.