Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Die Erzförderung hat in den” einzelnen Nachkriegs- 
jahren folgende Mengen erreicht: 
Tahr 
Eisen- und Blei- und | . 
Manganerz | Zinkerz Kupfererz Graphit 
Te förderung Ar ”oherzen in Tonnen 
1919 
1920 " 
1921 
1922 
1928 
1924 
1925 
1926 
1927 
(928%) 
k) Geschälzt 
250.490 
435.060 
710.930 
1.112.415 
' 211.065 
713.805 
1,080.364 
1,094.370 
1,598.570 
1.910.000 
79.110 ] 28.751 
78.350 26.410 
76.260 23.980 
83.370 41,927 
103.065 67.986 
112.700 34.686 
104.265 37,787 
24,290 14.507 
‚27,885 131.050 | 
130.000 140.000 
8.264 
11.553 
13.280 
14.033 
9.403 
9.523 
13.078 
14.755 
18.058 
19.000 
UM. Bergbau auf sonstige Mineralien. 
Verhältnismäßig reicher als mit Kohlen und Erzen ist 
Oesterreich mit Vorkommen von Salz und Graphit 
ausgestattet. Die Gewinnung von Salz bildet ein Monopol 
des Bundes und wird im Zusammenhange mit der Ent- 
wicklung des Salzmonopoles dargestellt. An Graphit 
ind Oesterreich die Vorkommen in Steiermark und 
Niederösterreich geblieben. In Steiermark finden sich 
Sraphitvorkommen von großer Mächtigkeit und hervor- 
:agender Güte. Die niederösterreichischen Graphitvor- 
xommen finden sich als ansehnliche Lager im nieder- 
österreichischen Waldviertel und erreichen ihre größte 
Mächtigkeit in der Nähe der Wachau. (Mühldorf bei 
;pitz an der Donau.) Die „Oesterreich verbliebenen 
Werke haben längere Zeit unter dem Rückgang der 
'nländischen Eisenindustrie und den Schwierigkeiten der 
wirtschaftlichen Umstellung gelitten, doch ist es ihnen in 
len letzten Jahren gelungen, ihr Produkt in der 
deutschen Metallindustrie abzusetzen, die den Haupt- 
eil der erheblichen Graphitausfuhr (1925 Io, 
'926 12, 1927 1'4, 1928 I'5 Millionen Schilling Wert) 
ibernimmt. 
Ein eigenartiges Vorkommen bituminöser Schiefer 
indet sich bei Seefeld in Nordtirol, welches trotz seiner 
zeringer Mächtigkeit die Grundlage für einen Bergbau 
vildet, weil das Gestein als Ausgangsmaterial für die 
Sewinnung des antiseptischen Präparates „Ichthyol” 
dient. 
Zu den „nicht vorbehaltenen” Mineralien zählt vor 
allem Magnesit, dessen wichtigste Vorkommen in 
Steiermark und Kärnten sind. Die österreichischen 
Magnesitwerke, die in einem Kartelle zusammengeschlossen 
jind, decken derzeit ein Drittel des Weltbedarfes an 
Magnesit, wobei die Leistungsfähigkeit der Werke nur 
nit 50% ausgenützt ist. Da die inländische: Industrie 
kaum 10% der österreichischen Magnesiterzeugung auf- 
zunehmen in der Lage ist, ist die Magnesitindustrie fast 
zur Gänze auf den Export angewiesen und damit in 
hervorragendem Maße von den Schwankungen der Welt- 
konjunktur abhängig. Die Magnesitwerke haben mit 
»inem scharfen Wettbewerbe der in der Kriegs- und 
Nachkriegszeit geschaffenen ausländischen Magnesitberg- 
baue und mit hohen, zum Schutze dieser Bergbaue ge- 
<<haffenen FEinfuhrzöllen zu rechnen, insbesondere haben 
lie Vereinigten Staaten von Amerika, welche der Haupt- 
ıbnehmer des österreichischen Magnesits sind, dessen 
Zinfuhr durch empfindliche Zollerhöhungen erschwert. 
Trotz ihrer Bemühungen ist es aber der ausländischen 
Magnesitindustrie bisher nicht gelungen, ein. dem öster- 
reichischen Magnesit an Reinheit und Güte gleichwertiges 
Material an die Seite zu stellen und Oesterreich nimmt 
daher auch heute noch in der Magnesiterzeugung eine 
Art Monopolstellung ein. Der überwiegende Teil der 
Magnesitproduktion gelangt zur Ausfuhr, deren Ziffern 
zich auf die Jahre 1925-1027 wie folgt verteilen: 
u 
Ausfuhr 
Rohmagnesit | Sinter-Magnesit 
Menge in mq (Wert in Schilling) 
1925 
1926 
1927 
| 
3411 (21.000) 
2946 (15.000) 
2687 (15.000) 
780.670 (12,403.000) 
774.586 (12,668.000) 
808.957 (13.369.000) 
Gemeinschaftlidch mit Magnesit findet sich häufig Talk- 
tein. Das wichtigste Vorkommen liegt bei Hirt in Kärnten 
ınd bei Mautern in Steiermark. Auch die Talkgewinnung 
tellt eine wichtige Ausfuhrpost in Oesterreichs Außen- 
ı1andel dar, Sie betrug: 
925 12.880 t im Werte von 1°6 Mil. Schilling 
926 13.860t „ » » U’5 » 
027 17.130t ,„ » „ V9 » 
928 (geschätzt) 19.000t » »„ 2 » 
Schließlich sind noch die Vorkommen von Zement- 
nergeln zu erwähnen, die in vorzüglicher Beschaffen- 
aeit und großer Ausdehnung bei Häring in Tirol und in 
'udenburg in Steiermark, gewonnen und an Ort und 
stelle verarbeitet werden, weiters die Vorkommen von 
Sips, die von Niederösterreich bis Vorarlberg als Be- 
zleiter der Salzlager streichen und an zahlreichen Orten 
Jesterreichs bergbaumäßig gewonnen werden. 
IV. Die Kohlenwirtschaft Oesterreichs. 
Nach Kriegsende trat in Mitteleuropa empfindlicher 
Cohlenmangel ein, der in dem kohlenarmen Oesterreich 
»esonders fühlbar war, so daß die in der Kriegszeit be- 
zonnene Bewirtschaftung der Kohle, den geänderten Ver- 
1ältnissen angepaßt, weitergeführt wurde. Erst mit Ende 
les Jahres 1921 ließ der Kohlenmangel allgemein nach, 
ınd machte bald reichlichen Kohlenanboten Platz, die 
ıamentlich aus dem Oberschlesischen und Ostrauer 
teviere einliefen. Dadurch konnte die Bewirtschaftung der 
3rennstoffe mit Ablauf des Jahres 1921 aufgehoben werden. 
Der Bezug Oesterreichs an in- und ausländischen 
nineralischen Brennstoffen betrug nach der Statistik der 
Cohlenwirtschaft Oesterreichs: 
ahr 1922 1923 1924 1925 
Menge 0,084.046 7,814.780 8,687.143 8,429.410 1 
rahr 1926 1927 1928 
Menge 8,191.375 8,762.603 0,122.879t 
Der ungewöhnlich hohe Bezug des Jahres 1922 hängt 
mit der in dieses Jahr fallenden Freigabe des Kohlen- 
ı1andels und der dann einsetzenden Wiederauffüllung 
ler geräumten Lager zusammen. 
Ein ziffernmäßiges Bild über das Verhältnis der Ein- 
ruhrkohle zur Inlandskohle gibt umstehende Aufstellung:
	        
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