Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

der Export für die Lederindustrie besitzt, wird durch die 
nachfolgenden Ziffern des Außenhandels in den Jahren 
1925 bis 1027 gekennzeichnet, die gleichzeitig auch einen 
Rückschluß auf die Entwicklung ‘dieses Industriezweiges 
in diesem Zeitraum gestatten. 
| Warenbenennun: 
1926 | 
Wert in 1000 Ss 
2 1F 37.634 ] 50.970 
18.104 10.967 15.699 
17.582 | 17.219 | 283485 
106" 
1927 
Leder ......,.. 
Schuhwaren ..,.. / 
Andere Lederwaren 
Die vorhandenen Bodenschätze der Alpenländer und 
die frühe Entwicklung einer hohen Baukultur haben das 
Entstehen einer bedeutenden stein- und erdenver- 
arbeitenden Industrie in Oesterreich begünstigt. 
Die Portlandzementwerke der Perlmooser Zement- 
‘abriks A. G. gehören zu den ältesten Europas. 
Auch die jetzt über die ganze Welt verbreitete Erzeu- 
zung von Asbestzement-Dachdeckkungsmaterial hat ihren 
Ursprung in Oesterreich gehabt. Die Nachkriegsjahre 
waren der Entwicklung der österreichischen Baustoff- 
industrie nicht günstig. Die Leistungsfähigkeit der Zement- 
und Ziegelwerke sowie auch der Kalkindustrie geht weit 
iiber den durch das Darniederliegen der Bautätigkeit in 
den Städten stark eingeschränkten Bedarf hinaus, wo- 
zegen eine Ausfuhr aus fracht- und zolltarifischen 
Gründen nur in sehr beschränktem Maße möglich ist. 
Unter den übrigen Zweigen dieser Industrie kommt, 
ıbgesehen von der bereits an anderer Stelle erwähnten 
Magnesitindustrie, der Frzeugung von Schamotte- und 
Dinasziegeln, ferner der Herstellung von Steinzeugröhren 
und von Fußboden- und Wandplatten größere Bedeu- 
ung, vor allem auch für den Export zu. In stetem Fort- 
schreiten befindet sich auch die Produktion von tech- 
rischen und hygienischen Artikeln sowie von Geschirr. 
Von der hochentwickelten Glasindustrie der alten 
Monarchie ist der kleinere Teil, mit 20 Unternehmungen, 
bei Oesterreich verblieben. Die Zahl der Betriebe hat 
sich in den Nachkriegsjahren durch die Errichtung von 
sechs weiteren Unternehmungen erhöht. Auch die Pro- 
duktion hat durch die Aufnahme der Erzeugung von 
Preßglas und Gußglas, insbesondere aber von Tafelglas, 
sine Vergrößerung erfahren. Die anfänglich günstige 
Entwicklung dieses Industriezweiges ist mit Beginn des 
Jahres 1023, hauptsächlich infolge des scharfen Wett- 
Dewerbs der weit stärkeren ausländischen Glasindustrien, 
unterbrochen worden. Obwohl die österreichische Glas- 
industrie seither mit großen Produktions- und Absatz- 
schwierigkeiten zu kämpfen hatte, haben einige Betriebe 
in den letzten Jahren durch Modernisierung und Aus- 
gestaltung ihrer Anlagen, zum Teile auch durch Auf- 
nahme der maschinellen Erzeugung ihre Leistungsfähig- 
keit wesentlich gesteigert. Durch ein im Jahre 1928 er- 
richtetes Unternehmen ist auch die moderne maschinelle 
Tafelglaserzeugung in Oesterreich neu eingegeführt 
worden, so daß die österreichische Glasindustrie nunmehr 
imstande ist, den gesamten Inlandsbedarf zu decken. Die 
Glasindustrie beschäftigt gegenwärtig rund 3600 Arbeiter. 
“inige Hütten, vor allem die Glaskolbenindustrie, sind 
auch für den Export tätig. Die Fin- und Ausfuhrziffern 
weisen in den letzten drei Jahren folgende Bewegung auf: 
Waren- 
benennung 
Einfuhr | Ausfuhr 
Menge Wert in Menge Wert ‚ip 
in q 10005 | inq | 10005 
42.093 5061 ‚ 30.064 | 4896 
52.032 ' 6014 25.223 | 4587 
40.166 | 5790 | 26.381 | 4509 
1. Hohlelas 
1925 
1926 
1927 
1925 36.496 | 2081 6.645 | 347 
1926 a 3540 | im 207 
1927 69.062 | 3464 2.039 | 176 
1925 1.081| 197 | 4.167| 735 
3.Glaskolben | 1926 | 128 195 | 3.331 | 882 
1927 1283| 318 | 2358| 912 
Die Porzellanindustrie war vor dem Kriege in 
ten Ländern des heutigen Oesterreichs überhaupt nicht 
vertreten, so daß dieser Industriezweig erst in den Nach- 
iriegsjahren durch die Errichtung dreier Unternehmungen 
zeschaffen wurde, die sich mit der Erzeugung von Elektro- 
»orzellan, Geschirr und Kunstporzellan befassen. 
Von der bereits vor dem Kriege hoch entwickelten 
Kautschukindustrie hat Oesterreich die größten 
3etriebe übernommen. Im Verlauf der letzten Jahre hat 
n diesem Industriezweig eine starke Konzentration ein- 
zesetzt, in deren Verlauf auch die Anzahl der Betriebe 
’‚ermindert wurde. Gleichzeitig wurde auch eine weit- 
zehende Spezialisierung der Erzeugung durchgeführt. 
Die Gummiindustrie zählt zu den wichtigsten und leistungs- 
ähigsten Exportindustrien Oesterreichs. 
Der größte Teil der hemischen Industrie Oester- 
'eich-Ungarns war in den Sudetenländern konzentriert. 
\uf dem Gebiete des heutigen Oesterreichs war die 
hemische Industrie, abgesehen von mehreren Unter- 
ı1ehmungen, die sich mit der Erzeugung von Spezial- 
»rodukten, wie Soda, Karbid, Aetznatron, Chlorprodukten 
ınd Mineralfarben befaßten, nur durch ein größeres, 
Aineralsalze und -säuren .produzierendes Werk ver- 
reten. Bereits in‘ den ersten Nachkriegsjahren hat sich, 
ıauptsächlich durch Umstellung der ehemaligen Pulver- 
abriken, auch in Oesterreich eine chemische Großindu- 
trie entwickelt, deren Leistungsfähigkeit in den letzten 
ahren so gesteigert ‚wurde, daß sie gegenwärtig in der 
„age ist, nahezu den. gesamten Inlandsbedarf an den 
vichtigsten chemischen Hilfsstoffen zu decken. Abgesehen 
’on den bereits oben genannten Produkten erstreckt sich 
lie Tätigkeit der chemischen Industrie Oesterreichs in 
ler Hauptsache auf die Herstellung von Oleum, Schwefel- 
)aure, Salzsäure, Glaubersalz, Salpetersäure, Schwefel- 
Vatrium, Superphosphat und Reformphosphat. 
Im Zusammenhange mit der fortschreitenden Aus- 
ıltzung der Wasserkräfte hat auch die elektro- 
hemische Industrie Oesterreichs einen Ausbau er- 
ahren. Zu den im Jahre 1918 bereits bestandenen 
ieben Unternehmungen dieses Industriezweiges, deren 
ahresmittelleistung rund 28.000 PS betrug, sind in der 
Zeit bis 1027 zwei weitere Unternehmungen, mit einer 
ahresmittelleistung von ungefähr 2600 PS hinzu- 
sekommen, während zwei weitere Unternehmungen, mit 
iner Mittelleistung von zirka 12.000 PS seit 1. Jänner 
9228 noch im Bau begriffen sind. Die elektrochemische 
ndustrie befaßt sich vor allem mit der Herstellung von 
\luminium, Kalziumkarbid, Wasserstoffsuneroxvd und 
u }
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.