private Schulen, so die Bildungsanstalt für Frauenberufs-
schullehrerinnen und die Höhere Lehranstalt für wirt-
schaftliche Frauenberufe in Wien I, Kurrentgasse und
die Lehranstalt für gewerbliche und wirtschaftliche Frauen-
berufe in Graz, in die Verwaltung des Bundes über-
nommen; die Verstaatlichung der Frauenberufsschulen
des Klagenfurter Frauenerwerhvereines ist im Zuge;
ferner wurden zahlreiche private Frauenberufschulen alleı
Art durch Beistellung staatlicher Lehrkräfte gefördert.
Waren bis zur Neuordnung der staatlichen Verhält-
nisse die gewerblichen Schulen einzig und allein auf die
berufliche Arbeit eingestellt, so ist seither auch den
modernen Forderungen nach körperlicher und freier
zeistiger Weiterbildung Rechnung getragen worden.
Durch Einführung des durchlaufenden Unterrichtes in
Anpassung an die öffentliche durchlaufende Arbeitszeit
wurde Raum und Zeit geschaffen für körperliche und
zeistige Betätigung. Die körperlichen Übungen,
Wandertage und Skikurse wurden nach dem Muster der
Mittelschulen an allen gewerblichen Lehranstalten einge-
:ührt, für Turnhallen und Spielplätze wird Sorge getragen.
Die Schülerbüchereien wurden durch besondere Zuwen-
dungen ausgebaut und die Gründung von Schüler-
orchestern und Schülerchören veranlaßt und unterstützt.
Ein besonderes Augenmerk wurde der Lehrlings-
Fortbildung durch die weitgehende Verfachlichung des
Fortbildungsschulwesens, insbesondere in den Ländern
a1ach dem vorbildlichen Beispiele Wiens zugewendet.
Auch mußten sämtliche Lehrpläne den geänderten wirt-
schaftlichen Verhältnissen angepaßt werden. Daher wurde
zu deren Ausarbeitung unter Beiziehung tüchtiger Fach-
leute eine eigene Studienkommission in Mödling
bestellt, die alljährlich tagt und das Werk bereits dem
Abschlusse nahegebracht hat.
Hand in Hand mit allen diesen fachlichen Neu-
gründungen und Ausgestaltungen gingen bauliche Er-
weiterung in Mödling, Wien I., Graz und Innsbruck, Um-
bauten in Gösting, innere Erneuerungen an der Textil-
schule in Wien ‚sowie räumliche Vollendungsarbeiten an
‚ast allen gewerblichen Schulen. ;
Da Gewerbe und Industrie in Österreich seit alter«
vodenständig sind, so sind auch die Standorte der
zewerblichen Bundeslehranstalten geographisch bedingt.
?ür die bis in die vorgeschichtliche Zeit zurückreichende
?Zisenverarbeitung und für die auf den Holzreichtum und
das Vorkommen hochwertiger Gesteine gegründete Holz-
ınd Steinbearbeitung bestehen Fachschulen meist in
kleineren Orten — Waidhofen, Steyr, Bruck, Ferlach
ınd Fulpmes, Hallstatt und Hallein. Auf der histori-
;chen Entwicklung und der baugeschichtlichen Überliefe-
ung beruhen Schulen für das Baugewerbe und die Bau-
kunst in allen Landeshauptstädten; sie sind zur Pflege
der bodenständigen Bauweise und zu deren Erhaltung
auf dem Lande berufen. In den Landeshauptstädten als
len Sitzen der Großgewerbe mußten auch die natur-
zemäßen Standorte der Schulen für den sich stetig ent-
vickelnden Maschinenbau und für die auf den Wasser-
xräften beruhende Elektrotechnik gefunden werden. In
allen Ländern ist für die Pflege kunstgewerblicher Heimat-
kunst vorgesorgt. Für das Frauengewerbe und die wirt-
ichaftlichen Frauenberufe bestehen größere Bundeslehr-
anstalten in den meisten Landeshauptstädten. Der
»odenständigen Heimindustrie, und zwar der Stickerei in
Vorarlberg und der Uhrmacherkunst im niederösterreichi-
schen Waldviertel dienen Fachschulen, dort in Dorn-
»>irn, hier in Karlstein. Die Textilindustrie und die
hemischen Industrien der Ostalpenländer, Kunst und
Graphik haben ihren Rückhalt in den Spezialschulen der
Bundeshauptstadt.
Die 30 gewerblichen Bundeslehranstalten umfassen
derzeit 98 Abteilungen, und zwar 32 Höhere Abteilungen
nit 134 Klassen, 2 Lehrerinnenbildungsanstalten (6 Klas-
jen), 39 Fachschulen mit 141 Klassen, 6 Werkmeister-
;chulen (12 Klassen) und 10 Bauhandwerkerschulen
“29 Klassen); abgehalten wurden 144 Kurse, für den all-
gemeinen Besuch geöffnet waren 6 Lehr- und Zeichensäle.
Besucht waren 1027,28 die Höheren Abteilungen von
3250 Schülern, die Bildungsanstalten von 63, die Fach-
schulen von 2990 Schülern, die Werkmeisterschulen vor
250 und die Bauhandwerkerschulen von 475 Schülern:
die Kurse hatten 3170 Teilnehmer, die Offenen Lehr-
ınd Zeichensäle mehr als 4000 Besucher-
Bundeslehranstalt für Hochbau. Elektrotechnik. Kunstgewerbe und Schlosserei in Innsbruck. Fachklasse für Holzbildhauerei