während die von dem Altmeister Sektionschef Dr. Ing.
Karl Gölsdorf entworfene Heißdampflokomo-‘ive
Reihe 310 (eine Lokomotive ähnlicher Bauart
Reihe 110 ist im Modell veranschaulicht) mit 1800 Pferdestärken
auf horizontaler Bahn 600 Tonnen mit I00 km
pro Stunde fortbewegt. Einen besonderen Anziehungspunkt
bildet die erst vor kurzem erworbene letzvorhandene
Schnellzugslokomotive ältester
Bauart der ehemaligen k. k. österreichischen Staatsbahnen,
die durch ihre Darstellung im Längenschnitt
und durch den erfolgten Finbau einer Antriebsvorrichtung
zugleich auch ein überaus lehrreiches
and eindrucksvolles Bild über den inneren Aufbau
and die Bewegungsvorgänge einer Lokomotive vernittelt.
Im Anschlusse an die Dampflokomotiven wird die
Entwicklung des Wagenbaues vorgeführt und gezeigt,
wie sich aus den primitivsten Anfängen die vollendetsten
Bauarten der modernen Eisenbahntechnik entwickelt
ı1aben. Als besonderes historisches Gedenkstück
pehütet das Museum einen aus dem Jahre 1873 stammenden
Salonwagen der Kaiserin Elisabeth, in dem die
Kaiserin im Jahre 1898 ihre letzte Fahrt in die Schweiz
zurückgelegt hatte.
In der für Schienen, Oberbau-Anordnungen
und Befestigungsmittel angelegten Sammlung sehen
wir an Originalstücken die stufenweise Entwicklung der
Fisenbahnschiene, angefangen von der ältesten (1825) aus
Gußeisen hergestellten Fischbauchschiene von 1'’25 m
Länge bis zu den schwersten neuzeitlichen Oberbauformen
mit gewalzten Stahlschienen, stetig sich fortantwickelnd
mit den Fortschritten der Hüttentechnik,
In einer besonderen Gruppe wird die stufenweise
\usgestaltung der Einrichtungen des Betriebes und
des Signal- und Sicherungswesens der Eisenjahnen
gezeigt und dem Beschauer die Möglichkeit geboten,
einen Finblik zu gewinnen, in welcher Weise
ür die Sicherheit der Züge gesorgt wird.
Fine Sammlung ist der Darstellung von Eisenbahnünfällen
gewidmet. Ausgestellte beschädigte Teile von
Betriebsmitteln zeigen die Größe der Kräfte, die bei
?isenbahnunfällen wirken. Deformierte Lokomotivbestand-'eile
und zersprengte Kesselwände werden in größerer
Anzahl gezeigt, darunter die Feuerbox
der am 16. September 1892 während
der Fahrt explodierten Schnellzugslokomotive
Nr. 2219; die Zerstörung der
Feuerbox erfolgte infolge Wassermangels
im Kessel und es fand hiebei das Lokomotivpersonal
den Tod.
Im Besitze des Museums befindet
sich noch eine Sammlung von historisch
wertvollen, auf verschiedene außerösterreichische
Fisenbahnenbezüglichen
Gegenständen. Kostbarste Stücke hütet
das Museum in der sogenannten Loehrschen
Sammlung, benannt nach dem
Turmuhrwerk von der ehemaligen Station Lambadı (Stadl-Paura)
der Linz-Gmundner Pferdeeisenbahn aus dem Jahre 1835
jekannten Numismatiker Regierungsrat August
3. v. Loehr, der diese kulturhistorisch sehr wertvolle
jondersammlung von Fisenbahn-Geldzeichen,
Jetons, -Gedächtnismünzen und -Medaillen
jahezu aller Eisenbahnländer der Erde dem Museum im
lahre 1898 überlassen hatte. Die erste österreichische
?isenbahnmedaille wurde im Jahre 1837 gelegentlich der
iröffnung der Nordbahnstreckke Floridsdorf- Wagram geırägt.
Eine wundervolle Erinnerungsmedaille unbekanner
Herkunft ist das hier abgebildete große Plaque
nit dem Bildnisse Ghegas, des berühmten Erbauers
ler Semmeringbahn. Die heute nur mehr einzig bestehende
Sammlung dieser Art erfuhr in letzter Zeit
ainen namhaften Zuwachs besonders durch die
rwerbung von Zusammenstellungen aller Notgeldzeichen,
die von LEisenbahnverwaltungen in den Jahren
920 bis 1925 zur Behebung der damals herrschenden Barzeldmittelnot
in Deutschland ausgegeben worden sind.
Die erste elektrische Bahn in Oesterreich, die in
den Jahren 1883 und 1884 ausgeführte
Lokalbahn Mödling-Hinterbrühl und die
Lokalbahn Linz-FEferding sind durch
betriebsfähige Modelle vertreten. Reliefs
der neuzeitlichen Anlagen zur
Flektrifizierung der Oesterreichischen
Bundesbahnen, prachtvolle Modelle elek-'rischer
Lokomotiven und Darstellungen
der Einrichtungen, die zur Beherrschung
der elektrischen Energiequelle im Dienste
ler Fisenbahnen notwendig sind, vervollständigen
in dieser hervorragenden
Bildungsstätte das Bild, das Vergangenheit
und Gegenwart veranschaulicht.
Plaque (165 mm) aus‘ Zink, mit dem
Konfe Ghevas
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