Pisen-, Straßenbahn oder Kraftwagen. Während hier die
größte Unfallszahl dadurch hervorgerufen wird, daß
durch Kreuzung von Zügen ein Zusammenstoß erfolgt
der erhöhte Fahrgeschwindigkeit Entgleisungen verur-
zacht, ist bei Seilshwebebahnen diese Art von Unfällen
ausgeschlossen, da ein Zusammenstoß nicht vorkommen
kann und gegen Entgleisungen absolut wirksame Schutz-
mittel angebracht werden können. Der Betrieb geht in
Form eines Pendelverkehres in der Weise vor sich, daß
ein an einem starken Drahiseil hängender Wagen, von
einem Zugseil gezogen, ruhig und stoßlos zur Höhe
schwebt, während auf dem anderen Tragseil gleichzeitig
ein zweiter Wagen zu Tal gleitet. Durch ein Gegenseil,
das die Wagen gegen die Talstation hin miteinander
verbindet und das dort um eine Spannscheibe geführt
ist, wird Zug- und Gegenseil die nötige Spannung ver-
liehen. So wie Zug- und Gegenseil durch ein Spann-
gewicht, sind auch die beiden Tragseile durch mächtige
Spanngewichte von 30 bis 40 Tonnen in der Talstation
gespannt. Die große Seilspannung bewirkt, daß der
Uebergang über die Stützen, deren bei den neuen
Bahnen nur wenige nötig sind, sehr sanft, nur durch ein
jeichtes Schwingen der Wagen erfolgt.
Für den Fall, als ein Gebrechen an der Antriebs-
maschine es verhindern sollte, eine Fahrt zu Ende zu
führen, sind weitgehende Sicherheitsvorkehrungen ge-
troffen. die Fahrgäste aus luftiger Höhe zu befreien. Es
Abb. 2 Raxbahn, Auf der Fahrt zur Höhe
Ahbh. 1. Zugspitzhahn., Bersstatioan
muß jedoch festgestellt werden, daß bis jetzt noch bei
keiner Bahn diese Sicherheitsmaßnahmen in Anspruch
zenommen werden mußten und der Betrieb sich voll-
kommen regelmäßig und ohne Störungen abgewickelt hat.
Einige Wochen vor der Zugspitzbahn war die später
begonnene Raxbahn (Abb. 2), die jedoch wegen des
verhältnismäßig einfachen Geländes eine kürzere Bau-
zeit beanspruchte, dem Betrieb übergeben worden, eine
Seilbahn mit völlig anderem Charakter, gleichfalls mit
reichen Naturgaben, doch verschiedener Art, ausgestattet.
Sie führt von Hirschwang über vier Stützen auf die Rax-
ıochfläche und überwindet auf 2160 m Länge einen
Töhenunterschied von 1015 m.
Mit dem Grundsatz des Bergsteigers, seine Kräfte nicht
dort unnötig auszugeben, wo ihn eine Bahn dieser Mühe
enthebt, stellten die Touristen den Hauptanteil der
Yahrgäste dar, deren Besuchsziffern in der Sommerzeit
die Höchstzahl von mehr als 22.000 im Monate er-
seichen. .
Die nächste zur Eröffnung gelangte Seilbahn war die
Pfänderbahn (Abb. 3 und 4), die von Bregenz in
siner Länge von 2066 m auf den 606 m hohen Pfänder
(ührt, an dessen Fuß sich der ungeheure Spiegel des
Bodensees ausbreitet. Die ehrwürdigen Schneehäupter
der Schweizer Berge grüßen ihr nachbarliches Alpenland,
zrüne Matten und wilde Gesteinsformen der Allgäuer
Alpen bilden den stimmungsvollen Hintergrund in einem
Gesamtbild, das vor dem bewundernden Blick des
Schauers alle Stufen von der Lieblichkeit eines blühenden
Tales bis zur wilden, romantischen Hochgebirgswelt ent-
„ollt. ;
Die vierte dem Verkehr übergebene Seilbahn von
Lbensee auf den Feuerkogel (Abb. und 6) erschließt