Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Güterwagenpark im Laufe der letzten 6 Jahre 
ziner Generalreparatur unterzogen. Schließlich 
wurden noch ein Montage -Triebwagen (Turm- 
wagen) System „Gebus” sowie ein gut ausge- 
rüsteter Hilfswagen für eventuell vorkom- 
nende Entgleisungen oder Unfälle beschaflt. 
Am 20. April 1924 wurde die 1I'’7 km lange 
Veilstrecke Salzburg-Maria Plain, am I5. Mai 
‚927 die zweite 1'8 km lange Teilstrecke Maria 
Plain-Bergheim dem elektrischen Betriebe 
übergeben, so daß es nunmehr möglich ist, die 
alektrisch geführten Züge der Linie Parsch- 
Salzburg direkt nach Bergheim zu führen, 
wodurch eine ganz bedeutende Belebung des 
Personenverkehres auf diesem Streckenab- 
ichnitte eintrat, die eine wesentliche Verdich- 
‚ung der Zugsfolge erforderlich machte. Der 
veitere Ausbau der Elektrifizierung der Ge- 
samtstrecke Salzburg-Lamprechtshausen wird 
aach Maßgabe der hiefür zur Verfügung 
stehenden Mittel bald durchgeführt werden. 
An Fahrbetriebsmitteln verfügt die Gesellschaft über 
:5 Motorwagen, 2 Seilbahn-Triebwagen, 3 Dampfloko- 
notiven, IGebus-Benzinelektro- Triebwagen, 45 Personen- 
wagen, 3 Post- und Gepäckwagen, 5 Bahnwagen, I Drai- 
sine, 15 offene und 10 gedeckte Normal-Güterwagen. 
Im Fremdenverkehr der Stadt Salzburg spielen 
lie gesellschaftlichen Bahnlinien eine hervorragende 
Zolle. Sind es doch vor allem die elektrische Linie 
Salzburg-Hellbrunn-Hangender Stein (Reichs- 
grenze) und darüber hinaus im direkten Verkehre die 
Strecke Schellenberg-Berchtesgaden-König- 
;ee der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, welche die 
alljährlich herbeiströmenden vielen tausende Besucher 
ler Festspielstadt auf kürzestem Wege mit den berühmten 
Sehenswürdigkeiten des Schlosses, der Parkanlagen und 
ler Wasserkünste in Hellbrunn sowie den landschaft- 
lichen Reizendes lieblichen Berchtesgadener Landes 
mit dessen Perle, dem Königsee, verbindet. Auch die 
den Anschluß zur Zahnradbahn aufden Gaisberg 
Bahnhof St. Leonhard-Gartenau 
‘1286 m) vermittelnde elektrische Linie Salzburg- 
Parsch, welche auch die Verbindung mit den öster- 
‚eichischen Bundesbahnen im Güterverkehre mit erst- 
zenannter Linie herstellt und eine beinahe ebenso starke 
”requenz aufweist, ist als wichtiger Faktor des Verkehres 
zu werten. . 
Die Dampfbahnlinie Salzburg-Oberndorf-Lam- 
»rechtshausen erschließt das vorwiegend ländliche, 
‚om Fremdenverkehr mehr abseits gelegene Gebiet 
;alzachabwärts gegen die oberösterreichische Grenze. 
Die in Bürmoos und Lamprechtshausen befind- 
ichen großen Torfmoore, Ziegel- und Glasfabriken liefern 
lieser Linie die nicht unbedeutenden Verfrachtungs- 
züter. Auf der nunmehr  elektrifizierten Teilstrecke 
salzburg-Bergheim liegt die Haltestelle Maria 
?lain, von wo in 30 Minuten Fußweg die berühmte 
Wallfahrtskirche mit herrlicher Fernsicht auf Stadt 
und Umgebung Salzburgs und Bayerns erreicht wird. 
Bergheim wird wegen des dort befindlichen Fluß- 
strandbades und Sonnenbades im Sommer 
stark frequentiert. Weitwörth, der Sitz des 
Fürstlich Auerspergschen Gutes ‚nebst Schloß 
zowie die ausgedehnten Mayr von Melnhof- 
schen Grund- und Waldbesitze nebst dem 
Haunsberg mit der Kaiserbuche ist 
ein beliebtes Ausflugsgebiet. Der an der Salz- 
ach gelegene Marktflecken Oberndorf und 
das mit einer monumentalen Brücke verbun- 
dene Städtchen Laufen sind wegen ihrer hi- 
storischen Fischerspiele und dem ehe- 
maligen Wohnsitze des Komponisten des welt- 
»ekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht” 
weit über die Grenzen Österreichs bekannt. 
Schließlich sei noch die hochfrequentierte 
Drahtseilbahn auf die Festung Ho- 
ı1ensalzburg erwähnt, die den Fahrgast von 
der Stadt in einigen Minuten zu den Sehens- 
würdigkeiten der würdigsten Krone der hi- 
storischen Bischofsresidenz emporbefördert, 
von wo man auch eine herrliche Fernsicht 
auf Stadt und Umgebung Salzburgs genießt. 
„Okalbahnzug der Linie Salzburg-Hangender Stein (Reichsgrenze) auf der 
Karolinenbrücke in Salzbure
	        
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