Charakter der Anstalt zuläßt, die Grundsätze und
Methoden neuzeitlicher Geschäftsführung zu eigen ge-
macht. Vor allem hat sie ihre Arbeit auf dem Grund-
;atz der Selbstkostendeckung aufgebaut. Für
len inneren Dienst bedeutet dieser Grundsatz wohl
eine besondere Neuerung, da er seit je bei allen Ren-
abilitätsberechnungen und Gebührenerstellungen in
arster Linie in Betracht gezogen wurde. Seiner folge-
ichtigen Durchführung aber kam deshalb besondere
Bedeutung zu, weil durch sie die Möglichkeit in die
Nähe gerückt war, das Portofreiheitswesen im
Wege der gesetzlichen Neuregelung einzudämmen.
Die veralteten, äußerst umfangreichen Portofreiheits-
bestimmungen, die infolge ihrer stets schwieriger ge-
wordenen Anwendbarkeit die Postbehörden und Post-
ämter mit großer, ganz unfruchtbarer Arbeit belasteten,
waren nachgerade ein empfindliches Übel ge-
worden, gegen das auch schon die altösterreichische
Postverwaltung wiederholt, doch stets vergeblich an-
gekämpft hatte. Die Schwierigkeit der Aufgabe lag
vor allem darin, eine geeignete Form dafür zu finden,
„ie von den staatlichen Dienststellen des Bundes und
ler Länder und den übrigen diesen gleichgehaltenen
Verwaltungsstellen (der Bezirke, der Gemeinden, der
nit der Matrikelführung betrauten Ämter) bei Auf-
hebung der Portofreiheit die Gebühren für ihre amt-
lichen Sendungen entrichtet werden könnten, ohne
Jaß der amtliche Verkehr dieser Stellen durch die
Prmittlung und Zahlung der Gebühren behindert
würde und neue Verrechnungsarbeiten erwüchsen.
Es gelang, alle bezüglichen Schwierigkeiten und Be-
Jenken zu überwinden, und der von der Postver-
waltung ausgearbeitete, auf vollständige Aufhebung
der Portofreiheiten abzielende Gesetzentwurf wurde
ım 20. Dezember 1924 vom Nationalrate zum Be-
schluß erheben. Am I. Jänner 1025 ist das Porto-
rreiheitenaufhebungsgesetz in Kraft getreten,
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Jas der Post, indem es sie von schwerer Last
befreite, einen wertvollen Einnahmenzuwachs
sicherte.
Ansonsten aber kann die Verwaltung einen Zuü-
wachs der Einnahmen, sofern er sich nicht aus der
ständigen Entwicklung des ihrer Pflege anvertrauten
Verkehres ergibt, nur durch die möglichste Vermin-
lerung der Ausgaben erzielen. Sie ist daher seit je
auf die vollkommenste Rationalisierung aller ihrer
Yienstzweige bedacht und hat lange bevor das Schlag-
wort der Rationalisierung die Öffentlichkeit beschäftigte,
setreu dem stets festgehaltenen Grundsatze strengster
Wirtschaftlichkeit, keinerlei Maßnahmen verabsäumt,
lie arbeitsersparend oder erleichternd wirken, die
zegebenen Einrichtungen auf das wirksamste aus-
ıützen und so unmittelbar oder mittelbar die Aus-
zaben verringern oder einem Mehraufwand vorbeugen
konnten. Die bedeutendste Ausgabepost der Post- und
Telegraphenanstalt ist der Personalaufwand. Be-
sonders ausschlaggebend für den wirtschaftlichen
Erfolg ist deshalb eine sparsame
und zielbewußte Personalgebarung.
Hier zu allererst hat daher die
Verwaltung alle neuzeitlichen
Organisationsmethoden an-
gewendet und nach diesen in den
lTahren 1920 bis 1924 alle Ämter
und Dienststellen auf die Richtig-
keit ihres Personalstandes sowie
auf die richtigste und zweckmäßigste
Einteilung ihrer Dienstgruppen über-
prüft. Ähnlich wie beim Taylor-
system ist auf Grund von Messun-
gen, die durch Jahre hindurch auf
das genaueste und gewissenhafteste
gemacht worden sind, der durch-
schnittliche Zeitaufwand für die ver-
schiedenen Arbeitsleistungen (Ar-
beitseinheiten: Annahme eines
Briefes. eines Paketes, Auszahlung
LA.
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