Strandbad
hätten. Schon der gewöhnliche Personentarif ist in
Österreich im allgemeinen niedriger als in anderen
Ländern, die im Fremdenverkehr eine Rolle spielen.
Der Fahrpreis für 155 Kilometer Schnellzugsfahrt in
der 3. Wagenklasse, das ist jene Reise, die im Durchschnitt
jeder Österreich besuchende Ausländer zurücklegt,
stellt sich
in Österreich auf .....5S 11'40 und umgerechnet
„ Italien „..=,. 5 35
‚ Ungarn 10mm Ol
‚ Jugoslawien „ .....5S 378,
Deutschland „ .....5S 1479 und in der
Schweiz A
Daneben aber haben die Österreichischen Bundes-„ahnen
noch eine ganze Reihe von Fahrbezünstigungen
zur Belebung des Fremdenverkehrs
zugestanden. Abgesehen von den Fahrpreisermäßigungen,
die für Gesellschaftsreisen in fahrplanmäßigen Zügen
gewährt werden und bei einer Mindestanzahl von
20 Fahrkarten 3. Klasse 25% des normalen Fahrpreises
betragen, gibt es unter anderem ermäßigte
Fahrkartenblocks für den Ausflugsverkehr, ermäßigte
Rückfahrkarten, ermäßigte Rundreisekarten, Abonnementskarten
mit I5- und 30tägiger und auch noch
längerer Gültigkeit, die den Besuch der Ilandschaftlich
besonders sehenswerten Gebiete erleichtern
sollen. Den Mitgliedern der anerkannten touristischen
ınd wintersportlichen Verbandsvereine stehen zahlreiche
Vöglichkeiten offen, von den ermäßigten Touristen-Aückfahrkarten
ausgiebig Gebrauch zu maden. Skier,
Aodeln und Skeletons werden in allen Zügen zu
ermäßigten Gepäcksfrachtsätzen befördert.
Dem Ausbau von neuen Bahnlinien setzten die finanziellen
Verhältnisse des neuen Österreich fast unüberwindliche
Hindernisse entgegen; immerhin war es unserem
Land möglich, auf dem Gebiet der Seilschwebebahnen —
über die noch an anderer Stelle ausführlich gesprochen
wird — wieder führend zu sein. Nicht weniger als zehn solcher
Bahnen wurden in etwas mehr als zwei Jahren gebaut und
damit dem Fremdenverkehr neue Wege erschlossen.
;
Die Entwicklung des modernen Reiseverkehrs wendet
sich aber auch, sowohl was die zahlungskräftigen Reisenden
betrifft, als auch in den Kreisen des touristischen
Publikums immer mehr dem Kraftwagen zu,
so daß den Straßen mehr denn je besondere Wichtig-Edlach
seit vom Standpunkte der Fremdenverkehrspflege beizumessen
ist. Während nun die Bundesstraßenvervaltung
unentwegt bemüht ist, ein den neuzeitlichen
Verkehrsanforderungen entsprechendes Straßennetz zu
erzielen und eben an die Verwirklichung des von ihr
ausgearbeiteten großzügigen Projektes geschritten ist,
hat auch die Generaldirektion für die Post- und Telegraphenverwaltung
in den letzten Jahren ganz Hervorragendes
auf dem Gebiete des Postkraftwagenverkehres
geleistet. Durch planmäßigen Ausbau ist
es ihr gelungen, von ganz bescheidenen Anfängen innerhalb
erstaunlich kurzer Frist ihren Betrieb auf ein
straßennetz von 6000 Kilometer auszudehnen. Diesen
Dienst besorgen 400 hochmodern ausgestattete Kraftvagen
im Verkehr auf 180 Linien. Auch die Binnen-;chiffahrt,
die durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre
»mpfindlichen Schaden erlitten hat, erfuhr die möglichste
"örderung durch die Bundesregierung und füllt heute
vieder ihren Platz im Fremdenverkehr in befriedigender
Weise aus. Schon recht beachtenswert in der Zahl, aber
ıoch mehr durch die optische und Propagandawirkung,
nachte sich der rasche Aufschwung im Luftverkehr
auch im Fremdenverkehr bemerkbar.
Der Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit
im Hotel-und Gastgewerbe.
Daß der Fremdenverkehr und seine Entwicklung in
zanz hervorragendem Maße von dem Stand und der Entwicklung
des Hotelwesens abhängt, bedarf keiner
»esonderen Betonung. Und gerade diesem, das durdı
len Krieg so schwer gelitten wie kein anderes Gewerbe,
ward auch nach dem Kriege die schwierigste Aufgabe
zestellt, so rasch wie möglich die Wettbewerbsfähigkeit
im internationalen Fremdenverkehr
wieder zu erlangen. Zur Ehre unserer
Adoteliers sei es gleich vorweg gesagt, daß sie ihre Aufzabe
gelöst haben. Das Bundesministerium für Handel
ınd Verkehr war vom Anfang an bemüht, diesem schwer
um seine Fxistenz kämpfenden Gewerbestand helfend
zur Seite zu stehen. So ist es. gelungen, das eigentlich
zur Linderung der Wohnungsnot erlassene‘ Bauaufwandbegünstigungsgesetz
vom Jahre 1923 auch
zugunsten der Hotelbetriebe zur Anwendung zu
»ringen; in noch weitergehende Maße geschieht dies
lurch das Investitionsbegünstigungsgesetz vom
lahre 1027, dessen Wirksamkeit bis Ende 1929 reicht.