Reisebureau „Orbis” in Lemberg, dem Jugoslawischen
Reisebureau „Putnik” in Belgrad und einer Reihe
größerer, privater Bureaus Verbindungen herzustellen.
Weiters wurden mit vielen ausländischen
Bahnen, Schiffahrts- und Fluggesellschaften
Verträge abgeschlossen. Das Österreichische Ver-
kehrsbureau hat heute die Vertretung von 64 der
größten Schiffahrtsgesellschaften der Welt, sowie von
IS Luftschiffahrtsgesellschaften inne. Mit den früher
erwähnten ausländischen Reisebureau-Organisationen
ergab sich bald die Möglichkeit eines freundschaftllichen
Zusammenarbeitens, die nicht nur zur gegenseitigen In-
teressenvertretung führte, sondern auch die Möglichkeit
schuf, eine große Anzahl von Vertretungen zu erhalten.
So hat das Österreichische Verkehrsbureau heute:
in Österreich . >1 Vertretungen
„ Algier .
Ägypten .
Belgien .
Bulgarien
China.
Danzig . .
)änemark .
deutschland
Astland . .'.
“innland. . .
"rankreich . .
Griechenland .
Großbritannien
‚Tolland . . .
"talien . .
/ugoslavien .
Lettland .
_itauen .
uxemburg
Malta . .
Marokko .
Norwegen
Palästina .
Polen. .
Portugal .
Rumänien
Rußland .
Schweden
Schweiz .
Spanien . .
Tripolis...
“schechoslovakei
Tunis. .
Ungam . ..
U.S. A... ..
Türkei
Gesamtanzahl der Vertretungen 730
Es ist also hiedurch ein umfangreiches Netz von
Fxekutivstellen geschaffen worden, die in gemein-
jamer Arbeit dazu beitragen, den Reisenden die Ab-
ertigung bis in die entlegensten Weltteile zu er-
nöglichen. Die Abfertigung allein war aber für den
Aeiseverkehr nicht ausreichend und es wurde eben-
alls in Gemeinsamkeit mit den ausländischen Organi-
;ationen das System der Gesellschaftsreisen
ınd der Forfaitreisen eingeführt, wodurch es mög-
lich ist, schon von Haus aus dem Reisenden Unter-
kunft, Führung, Reisekreditbriefe usw. zu be-
schaffen, so daß der Einzelreisende aller Unannehm-
lichkeiten, die die Vorbereitung einer solchen Reise
nach sich ziehen, enthoben ist. Das Österreichische
Verkehrsbureau hat heute mehr als tausend Ver-
träge mit in- und ausländischen Hotels, die
die vollständig zufriedenstellende Unterkunft der
Reisenden sichern.
Im Inlande widmete sich das Österreichische Ver-
kehrsbureau gleichmäßig allen Verkehrszweigen und
trat bei Bedarf auch selbst als Verkehrsunternehmen
auf. So wurden im Zusammengehen mit der Öster-
reichischen Postverwaltung eine Reihe von Auto-
linien für Gesellschaftsreisen besonders ins
Salzkammergut geschaffen, am Wo lIfgangsee
wurde ein Motorbootverkehr ins Leben gerufen.
Auch der Hotelindustrie widmete das Unternehmen
sein Augenmerk und wurde das in St. Wolf gang
im Salzkammergut befindliche Grand-Hotel
käuflich übernommen und zu einem modernen
Hotelbetriebe ausgestaltet. Das auf der Spitze des
Schafberges — dem schönsten Aussichtspunkte Öster-
veichs — befindliche Hotel Schafbergspitze steht
ebenfalls im Betriebe des Unternehmens.
Auf dem Gebiete des Broschürenwesens wurde das
monatlich erscheinende Kursbuch „Austriaverkehr”,
das österreichische Hotelbuch und zahlreiche Reise-
führer und Werbebroschüren aufgelegt.
Für Rundfahrten in Wien und für Fahrten
durch Österreich stehen den Reisenden modernst
eingerichtete Autocars und Luxuswagen zur
Verfügung.
Im Auslande wurden gemeinsam mit dem Bundes-
ministerium für Handel und Verkehr Lichtbild-
und Filmvorträge veranstaltet, die zum Besuche
Österreichs einladen.
Was den mündlichen und schriftlichen Aus-
Kunftsdienst anbelangt, so möge der Hinweis
darauf genügen, daß im Jahre 1927 mehr als 20.000
Anfragen über Aufenthalte in Österreich beantwortet
wurden.
Das Unternehmen hat sich sonach in den zehn
Jahren seines Bestandes zu einer über die ganze
Welt verbreiteten Organisation entwickelt, die dazu
beitrug, Österreich den Fremden zu erschließen,
wodurch der heimischen Wirtschaft ergiebige neue
Zinnahmsquellen geschaffen und vielen Tausenden von
”xistenzen Brot und Arbeit gesichert wurden.