Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

Ebenfurth und im Umspannwerk Süd in 
Wien von 20.000 KVA auf60.000 KVA 
und durch Übergang des Freileitungs- 
betriebes von 35.000 Volt auf 70.000 Volt 
Spannung der gesteigerten Leistung des 
Kraftwerkes angepaßt. 
Von den Wiener Kraftwerken wurde 
zunächst das kleinere Kraftwerk Engerth- 
straße durch Änderung der Kesselanlagen 
für Feuerung inländischer Kohle einge- 
richtet und seine Leistung allmählich 
auf 55.800 PS gebracht. 
Die Arbeiten zur Nutzung der inländi- 
schen Kohle wurden in so raschem Tempo 
durchgeführt, daß bereits im Jahre 1022 
trotz Steigerung der Erzeugung um mehr 
als die Hälfte der absolute Verbrauch an 
ausländischer Kohle kleiner war als im 
Jahre 1913 und sich von 071% auf 66% 
senkte. 
In der Zwischenzeit bot sich endlich die Gelegen- 
1eit, geeignete Wasserkraftwerke zur Belieferung 
Wiens auszubauen. Die Gemeinde gründete im Jahre 
‘021 im Verein mit den Wiener Großbanken die 
Wasserkraftwerke-A. G. (WAG), welche sich den 
Ausbau einer Wasserkraft an der Ybbs zwischen 
Göstling und Opponitz und der 170 m Gefällsstufe 
der zweiten Wiener Hochquellenleitung bei Kienberg- 
Gaming zur Aufgabe machte. ; 
Der Ausbau dieser im Hinblick auf die lange Fern- 
leitung verhältnismäßig kleinen Wasserkräfte war aber 
ıur dadurch wirtschaftlich, daß durch den Bau einer 
leistungsfähigen Freileitung die oberösterreichischen 
Wasserkraftwerke für Wien aufgeschlossen wurden. 
Durch den Abschluß eines Stromlieferungsver- 
‘rages mit der Oberösterreichischen Wasser- 
kraft- und Elektrizitäts-Aktiengesellschaft 
"OWEAG), welche sich verpflichtete, die halbe Leistung 
ihres im Bau befindlichen Großkraftwerkes in Parten- 
stein den Elektrizitätswerken zur Verfügung zu stellen, 
wurde die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sofort erreicht. 
Das Bauprogramm der WAG umfaßte die Errich- 
tung der Kraftwerke Opponitz und Gaming, den 
Bau einer 110.000 Volt Doppelleitung nach Wien, 
siner Schaltstation in Gresten am Knotenpunkte der 
Leitungen von Opponitz, Gaming, Partenstein nach 
Wien und eines Umspannwerkes in Wien, 
Die Leistung des Kraftwerkes Opponitz beträgt 
0.500 KW bei einer jährlichen Leistung von 50 
Millionen KWst und die des Kraftwerkes Gaming 
4200 KW mit einer infolge der ständig zur Verfügung 
stehenden Wassermenge jährlichen Lieferung von 30 
Millionen KWst. Für den Anschluß des Kraftwerkes 
Partenstein errichteten die FElektrizitätswerke eine 
72 km lange Verbindungsleitung zwischen der Schalt- 
station der OWEAG in Wegscheid und der 110.000 
Volt Leitung der WAG. 
Städtische Elektrizitätswerke Wien, Kraftwerk Simmering, 1927 
stellung des Betriebes und damit eine unübersehbare 
Katastrophe für die Hauptstadt vermieden werden. 
Für die Zukunft war allerdings nur die Ausnützung 
der heimischen‘ Energiequellen geeignet, verläßliche 
und dauernde Abhilfe zu bringen. Die Elektrizitäts- 
werke trachteten daher möglichst rasch einen Teil 
der Erzeugung auf inländische Energiemittel um- 
zustellen, um die Abhängigkeit vom Auslande künftig- 
an auf ein Mindestmaß einzuschränken. 
Infolge des Kapitalmangels und der verhältnismäßig 
langen Bauzeit kam der Ausbau von Wasserkraft- 
werken für die Elektrizitätswerke vorläufig nicht in 
Betracht. Sie wendeten sich daher zunächst der Nutz- 
barmachung der heimischen Kohlen zur Stromerzeu- 
zung für Wien zu und trachteten mit aller Energie 
den vor dem Kriege von der Gemeinde erworbenen 
Bergbau bei Zillingdorf und den während des Krieges 
gepachteten Tagbau bei Neufeld im Burgenlande auf 
eine möglichst hohe Förderleistung zu bringen und 
das zur Verheizung dieser Kohle errichtete Überland- 
kraftwerk Ebenfurth zu erweitern. Innerhalb kürzester 
Zeit wurde die Förderung, die gegen Ende des 
Krieges wegen Mangel an geschultem Personal fast 
zänzlich eingestellt werden mußte, auf das Dreifache 
der bisherigen Höchstförderung gebracht, doch konnte 
ıeider aus dem Bergwerk in Neufeld während der 
Räteregierung in Ungarn bloß ein Teil der Förde- 
rung für das Überlandkraftwerk Ebenfurth bezogen 
werden. Erst mit Angliederung des Burgenlandes an 
Österreich war es möglich, auch diesen Teil des 
Bergbaues in vollem Umfange für die städtischen 
Flektrizitätswerke ausnützen. 
Entsprechend dieser erhöhten Förderung wurde 
die Leistung des Überlandkraftwerkes Ebenfurth durch 
Aufstellung von neuen Dampfturbinen auf 52.000 PS 
gebracht und die Übertragungsanlage nach Wien durch 
Erhöhung der Transformatorenleistung im Kraftwerk 
Mh,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.