zusammen also 165.095 PS. Gegenwärtig betreiben
die städtischen Flektrizitätswerke drei kalorische
Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 262.910 PS,
zwei Wasserkraftwerke mit einer Leistung von 25.100 PS
und die vorerwähnten sechs kleinen Wasserleitungs-
<raftwerke. Die Gesamtleistung. der im eigenen Be-
triebe befindlichen Kraftwerke beträgt somit 280.665 PS.
Hiezu kommt die vertraglich zugesicherte Leistung der
OWEAG von 24.000 PS, so daß alle in die Netze
der städtischen Elektrizitätswerke arbeitenden Kraft-
werke 313.665 PS aufweisen, somit rund das Doppelte
der Leistung zu Ende des Jahres 1918.
Zur Deckung des Strombedarfes der nächsten Jahre
wurde für die Kraftwerke Simmering und Engerth-
straße je eine 25.000 PS Dampfturbine in Auftrag
gegeben. Die Kesselanlagen der beiden Werke werden
m kommenden Jahre entsprechend vergrößert.
Über den weiteren Ausbau der Erzeugungsanlagen
ıind schon jetzt Verhandlungen im Zuge, da die Elektri-
zitätswerke mit einer gewaltigen Steigerung des Strom-
bedarfes in der nächsten Zukunft rechnen müssen,
Sie verfolgen deshalb selbstverständlich alle Projekte
von Großwasserkraftwerken, die zur Stromversorgung
Wiens geeignet sind. Es können aber nur solche
Projekte in Betracht gezogen werden, welche den
Elektrizitätswerken die F ortsetzung ihrer bisherigen
Stromverkaufspolitik, die Versorgung Wiens zu billigen
Preisen bei größter Betriebssicherheit, ermöglichen.
Sollte aber nicht in allernächster Zeit eines der
zahlreichen Wasserkraftprojekte zur Ausführung ge-
angen, würden die Elektrizitätswerke gezwungen
sein, an eine besonders ausgiebige Erweiterung ihrer
kalorischen Anlagen zu schreiten. Ob dies durch
Ausgestaltung der bestehenden Kraftwerke oder durch
Errichtung. eines neuen Großkraftwerkes erfolgen
wird, ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit.
Da aber schon heute das alte Stromverteilungs-
system für die stetig steigende Inanspruchnahme nicht
genügt, entschlossen sich die KElektrizitätswerke zu
siner grundlegenden Änderung ihres Verteilsystems
durch Übergang der Speisenetze von 5000 auf 28.000
Volt Betriebsspannung. In Hinkunft werden die Kraft-
werke nur mehr ihre unmittelbare Umgebung direkt
mit 5000 Volt-Kabeln versorgen, die übrigen Teile
des 5000 Volt-Netzes und die von diesem Netze
gespeisten Unterwerke werden an vier zum Teil neu
zu errichtende Umspannwerke angeschlossen, welche
von den Kraftwerken mit 28,000 Volt angespeist
werden. Jedes Umspannwerk wird an mindestens zwei
Kraftwerke angeschlossen, so daß im Falle des Versa-
zens der einen Kraftquelle die andere sofort einsprin-
gen kann. In gleicher Weise werden die Unterwerke
von zwei, die größeren von drei Umspannwerken an-
gespeist werden. Das ganze Verteilnetz wird mit einem
Schutzsystem ausgestattet, das im Falle des Defektes
zines Teiles der Anlage nur diese abschaltet, ohne
das übrige Netz in Mitleidenschaft zu ziehen. Auf
liese Art wird der Betrieb der städtischen Elektri-
Wasserkraft-A.-G4 110.000 V-Freiluftschaltstation Gresten (im Betriebe der städtischen Elektrizitätswerke Wien), 10925