Full text: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

10 
auf Bremen beschränkt, sondern gilt allgemein. Aber man sollte 
sich hüten, den allerdings unverkennbaren Aufschwung des Welt 
wirtschaftslebens in allzu rosigen Farben zu malen, aus der großen 
Steigerung der statistisch gefundenen Werte allzu sanguinische 
Schlüsse zu ziehen. Wohl sind die Endzahlen gewachsen, aber 
auch der Maßstab, den man an sie anlegen muß, ist größer ge 
worden. Dies wird leider noch übersehen. 
Der bremischen Statistik folgend, habe ich die Teilung des 
Warenverkehrs in die Bewegung von Verzehrungsgegenständen, 
Rohstoffen und Halbfabrikaten, und Ganzfabrikaten beibehalten. 
Die seit 1900 etwas geänderte Anschreibung kommt für die Be 
urteilung nicht in Betracht. 
Während die Einfuhr der Verzehrungsgegenstände und 
Fertigfabrikate in den letzten 40 Jahren dem Werte nach nur um 
das 3—4fache stieg, hat sich diejenige der Rohstoffe und Halb 
fabrikate sehr viel kräftiger entwickelt. Von 120 Millionen i. J. 
1868 sich in den beiden ersten Jahrzehnten nur verdoppelnd, hat 
sie sich nach weiteren zwölf Jahren, 1900, schon verfünffacht. 
Das letzte Jahrzehnt brachte wieder eine gute Verdoppelung des 
Standes von 189g. Das mächtige Anwachsen des Bremer Baum 
wollhandels ist die Ursache davon. ■— Bei der Ausfuhr erscheint 
in dieser Tabelle ein ganz ähnliches Bild. Ist doch Bremen für 
solche Massenartikel nur Durchfuhrland mit verhältnismäßig sehr 
geringem Eigenverbrauch. 
Der Eindruck, den wir von dieser Tabelle entnehmen, ist 
ein befriedigender. Das Anschwellen der Zahlen scheint ein 
kräftiges Gedeihen des Bremer Handels, weltweite Ziele und 
strotzende Gesundheit zu verbürgen. Gehen wir den Dingen 
nunmehr etwas mehr auf den Grund. 
Auf welchen Wegen wurden die Gütermengen in Bremen 
angebracht und verließen sie die Stadt? Die folgende Zusammen 
stellung gibt Aufschluß darüber. 
Zunächst fällt auf, daß das Gewicht der Einfuhr das der Aus 
fuhr bei weitem übersteigt. Da Bremen in seinen engen Landes 
grenzen keine irgendwie nennenswerte eigene bergbauliche und 
landwirtschaftliche Produktion hat und haben kann, vielmehr auf 
den Verbrauch eingeführter Waren angewiesen ist, so findet diese 
auf den ersten Blick überraschende Erscheinung leicht ihre natür 
liche Erklärung. Aber wie steht es mit der Verteilung auf die 
einzelnen Transportwege? 
Aus der Betrachtung ausgeschieden kann der Eisenbahn-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.