Dritter Titel.
Miete. VBadt.
Erläutert von Dr. Karl Kober.
IL. Badt.*)
Vorbemerkungen.
1. Das BGB, jheidet im Srinzipe die Pacht von der Miete ab al ein felbjtändige®
MerhtSinftitut (ogl. hiezır insbefonbdere Bem. I zu 8 581). Da aber in den Einzelbeziehungeft
eine erhebliche Nebereinftimmung zwijdhen den Verhältniffen bei der Baht und der Miete
befteht, jo will das Gejeg doch im aNgemeinen jämtlihe Rechtanormen der Miete entiprechend
auf die acht angewendet wifjen, foweit id nicht au$ den 88 582—597 ein anderes ergibt
(Abi. 2 de3 8 581).
Diefe befonderen Borfchriften betreffen:
a) 88 582—585 Rechte und Pflidhten der Bertragsteile hei der Pacht eine land»
mwirtfdaftlidgen Grundftücs (vgl. Bem. I zu $ 582);
b) 88 586—590 die Behandlung des FJInventar8, das mit einem SGrundijtüce
mitgepadtet wird (vgl. insbefjondere Bem. I zu 8 586); ,
e) 88 591—594 bie AuzZeinanderfjegung nad Beendigung der Badt
eine8 landwirtjhaftliden Grundftüds bzw. eines Landgut (über lesteren
Begriff val. Bem, II zu 8 5938);
a) 8 595 Kündigung bei un beitimmter Pachtzeit;
e) 8 596 Unterpacdht, Tod des Bächter8 und Berfegung;
f) 8 597 Entihädigung bei verfpäteter Rachtrückgewähr;
x) m einzelnen find noch hervorzuheben: $ 585 über Pfandrecht des Ver:
pädter8, 8 590 über Pfandreht des Rächter8, ferner 8 592 über Erjaß
von BeftellungSkoften.
Il. GHinfihtlih der Unterfdheidung der Pacht von anderen Berträgen und Rechts
berhültnifjen vgl. im einzelnen Bem. I, 4 zu & 581.
Il, Hervorzuheben {it ferner, daß die 88 587, 588 fih im allgemeinen an daS an-
(ehnen, wa3 man bi8her unter dem Gifernbiehbvertrage verftand, anderjeitz aber fi auf
jedes Inventar (nicht bloß Viehinventar) bei der Kacht eines GOrunditücks überhaupt
beziehen ({. Bem. 3 zu S 587).
Die jog. Biehverfielung hat das Geieg im Hinblid auf die verjchiedene MWilenZmeinung
der Barteien im Einzelfalle, jowie die Iokalen Verjchiedenheiten nicht geregelt und au nicht
der hejonderen Iandesgejeßliden Regelung überlafien (j. Bem. 4 zu 8 587).
IV. Nugungsverhältniffe, die im öffentlichen NedHte murzeln (vgl. 3. B, Art. 28
der bayr. Gem. DO.) find i Y. nicht als achtverhältnifie anzufjehen, val. rt. d. bayr. Gericht8h.
f. Romp.-Konfl. Beil. 1 des G. u, VBBl. 1910.
V. Nebergangsbeitimmungen {. in Art. 171 und 172 E®., vgl. hiezu ferner Borbem, VIL
por & 535, Towie NGE. Bd. 49 S. 56 (Sind die Bejtimmungen deß 5 561 Wbf. 2 auf die
por dem 1. Januar 1900 entjtandenen Pfandrechte des Vermieter8 und Verpächter3 anzu“
wenden?) und NGE. Bd. 55 S, 37 jf. (Form des Pachtvertrag®).
*) Wegen der Literatur |. zunächjt die Angaben vor 535, ferner Ruhlenbecf
in Jr. Wit, 1905 S- 558 ff: Bahtoerag: SOuhmader, Am 1901; Zhiel G.,
Ueber BerpadhtungSPedingungen, ein Vortrag, Berlin 1902; Soönewald, Ueber die Ber:
bactung DOR bs 18gefhäften, Göttingen 1904; Herrfurth, Der Sruchtermerb des
Rüchters, Berlin 1903; Rleineidam, Berpächterpfandredht, D- Iur.3. 1906 S- 1359 ff.
Staudinger BGB. Ib (Schuldverhältniiie. Kober: Bat). 5/6. Aufl. AO