Full text : Die obligatorische Krankenversicherung

VIERTER TEIL
5 Im Laufe der letzten drei Jahre ist eine Zunahme der Ortskrankenkassen
erfolgt,
Der durehschnittliche Mitgliederbestand war im Jahre 1923 bei den
Ortskrankenkassen 5.210 und stieg seither am 1. Juli 1924 auf 6.936 und auf
8.036 am 1. Oktober 1924, auf 11.500 im Juli 1925 und auf 13.227 im
Juli 1926. Der durchschnittliche Mitgliederbestand ist im übrigen in den
einzelnen Gebieten verschieden. Er betrug im Jahre 1923 in den Provinzen
Votiaks, Karelien, Mari 3200, in Zentralrussland aber 6500. Die durchschnittliche
 Versichertenzahl einer Kasse betrug 1924 in Daghestan und im
kirgisischen Bezirk 2500 bzw. 3671, in der Ukraine 10.859 und in Moskau
13.654.

SCHWEIZ

Nach dem Bundesgesetz vom 13, Juni 1911 sind die Kantone ermächtigt,
 die Krankenversicherung allgemein oder für einzelne Bevölkerungsklassen
 obligatorisch zu erklären. Die Kantone können öffentliche Kassen
einrichten unter Berücksichtigung der bestehenden Krankenkassen.
Fünf Kantone (Appenzell (Inner-Rhoden), Appenzell (Ausser-Rhoden),
Basel-Stadt, St. Gallen, Thurgau) haben von dieser Möglichkeit Gebrauch
zemacht. Diese Kantone haben unter Aufrechterhaltung der bestehenden
privaten Krankenkassen öffentliche Krankenkassen eingerichtet, Basel-Stadt
 und Appenzell (Inner-Rhoden) haben selbst eine bzw. zwei öffentliche
 Krankenkassen. In St. Gallen haben sämtliche Gemeinden eine
zemeindliche Krankenkasse zu errichten. Im Kanton Appenzell (Ausser-Rhoden)
 haben. Gemeinden, die keine gemeindliche Krankenkasse errichven,
zur Durchführung der Krankenversicherung mit den bestehenden anerkannten
 Krankenkassen übereinzukommen. In Thurgau soll die obligatorische
 Krankenversicherung womöglich im Wege eines Übereinkommens
mit den bestehenden Krankenkassen gesichert und nur, wenn ein solches
Übereinkommen nicht getroffen werden kann, eine öffentliche Krankenkasse
gegründet werden.
In den genannten fünf Kantonen wird jeder Versicherungspflichtige,
der einer anerkannten Kasse nicht beitritt, Pflichtmitglied der öffentlichen
kantonalen oder gemeindlichen Krankenkasse.

KÖNIGREICH DER SERBEN, KROATEN UND, SLOWENEN

Nach dem Gesetz vom 14. Mai 1922 besteht nur ein Träger der Versicherung
 gegen Krankheit, Invalidität, Alter, Todesfall und Unfall : die
Zentralanstalt für Arbeiterversicherung, abgekürzt bezeichnet als S. U. Z.
0. R. Diese Versicherungsanstalt, die rechtlich die Verantwortung für die
zesamte Finanzgebarung allein trägt, bedarf natürlich örtlicher Unterstellen.
Diese Stellen, 23 an der Zahl, beruhen im wesentlichen auf bezirklicher
Grundlage (Bezirksversicherungsanstalten). Ausserdem können Sonderkassen,
 welche dem S. U. Z. O. R. unterstehen, für die Arbeiter der Verkehrsbetriebe
 errichtet werden, soweit diese Betriebe sich über mehrere
Bezirke oder örtliche Versicherungsanstalten erstrecken und mindestens
1000 Versicherungspflichtige beschäftigen.
Neben der Zentralanstalt für Arbeiterversicherung bestehen berufliche
Kassen für die Bergarbeiter. Solche Kassen können in Bergwerksbetrieben
mit mindestens 2.500 Arbeitern errichtet werden. Auch wurden beim
Inkrafttreten des Gesetzes von 1922 (Art. 111 und 176 der Satzung des
8. U. Z. O0. R.) zwei Vereinskrankenkassen auf Gegenseitigkeit beibehalten,
nämlich die Vereinskrankenkasse „Merkur“ in Agram und die Krankenkasse
 der Privatangestellten in Laibach.,
            
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