auf die Juflation zurückzuführen ist, steht gegenüber eine Wer min;
derung des Kurswertes in Goldmark von Z30,6 Milliarden auf
s Milliarden Mlark. Also trotz starker Vermehrung der Aktiengesell—
schaften und Aufblähung des gesatuten Aktienkapitals ist eine Ent—
wertung um 4 Fünftel eingetreten. Das kommt auch in den Dividen⸗
den zum Ausdruck. Diese betrugen für das Jahr 1918 1600 Mil-
lionen, für 1922 aber nur 55 Millionen Goldmark, das ist ein ge—
radezu verschwindender Bruchteil. Er bedeutet, auf das gesamte Wirt—
schaftsleben übertragen, nahezu ein Aufhören jeder Kapitalneubildung.
Gegenüber der Erschwerung der Ausfuhr will ich auch auf
einige günsst ige Momente hinweisen: das Interesse des Auslandes
am Absatz seiner Rohstoffe, soweit es diese nicht in erhöhtem Maße
selbst verarbeitet, die Erhöhung der Produktionskosten auch in vielen
Teilen des Auslandes, die jedoch nicht eutfernt so groß ist wie bei uns,
und die Verminderung der Zahl der Arbeitskräfte im Auslande durch
Kriegsverluste.
Auf der anderen Seite stehen unsere Grenzen in erweitertem
Umfange dem Auslande offen. Ganz abgesehen von dem sogenannten
Loch im Westen, durch das z. Zt. ganz unkontrolliert eine Masse von
Waren französischen und anderen Ursprungs hereinkommen, haben
wir im Diktat von Versailles die Verpflichtung übernommen, die
Waren vom Vertragsgegner bis zum 10. Januar 1925 unter
Meistbegünstigungsbedingungen einzulassen. Wir sind daher in un—
serer Handelspolitik beschränkt. Die Anwendung von Einfuhrver—
boten bewirkt außerdem Gegenmaßnahmen, die unsere Ausfuhr
schädigen. Ferner wirken die meisten Umstände, die eine Erschweruug
unseres Wettbewerbs im Auslande bedeuten, erleichternd für den
ausländischen Wettbewerb auf dem deutschen Markt.
3. Unsere inländische Produktion ist belastet mit einer Ndenge
unproduktiver Ausgaben als Folge der inneren Staatsumwälzung,
mit einer Zerrüttung unserer öffentlichen Finanzen und mit den noch
bestehenden Maßnahmen auf dem Gebiete der Zwangswirtschaft.
Unsere Aufgabe diesen Schwierigkeiten gegenüber muß sein:
r. den unnötigen Verbrauch zu vermindern,
2. die Produktion zu heben.
Maßnahmen, die auf anderen Gebieten, insbesondere dem politischen,
liegen, muß ich hier außeracht lassen.
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