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m St. Gallen, das vom Verbände vollständig unabhängig
ist. Sein Urtheil ist um so werthvoller, als es jene kühle
Reserve einnimmt, welche einer Instanz zusteht, die im Laufe
ungezählter Dezennien von einer gewissen Höhe ans alle
Wechsel des Jndnstrielebens erschaute, tausend Hoffnungen
erblühen und lvelken sah, und für welche Optimismus in
solchen Dingen ein längst überwundener Standpunkt ist. Im
Berichte von 1886 schreibt das Direktorium unter Andcrm
über den Verband: „Das; er im Berichtsjahre dem in allen
Fugen schwankenden Gebäude der Maschinenstickerei einen festen
Halt gab, ist schon ein Großes, und das Größte an der
durch ihn verkörperten Idee liegt darin, daß sich in ihm alle
Elemente zusammengefunden haben, von derem vernünftigem
Zusammenwirken das Gedeihen jeder Industrie auf die Dauer
abhängt, die sich aber in der Regel gegenüberstehen und be
kämpfen: der Arbeiter, der Fabrikant und der Kaufmann.
Wir halten es für ein wahres Glück, daß die auch von uns
schon oft genug gepredigte Solidarität der Interessen endlich
hinreichend zum Bewußtsein gekommen ist, um ihr in einem
so mächtigen Verbände Ausdruck zu geben; denn ohne das
hätten sich diese Interessen, die sich nun gegenseitig schützen
und fördern, mit größter Wahrscheinlichkeit zu einem erbitter
ten Kampfe gegen einander gewendet." In ebenso freundlicher
und ehrender Weise gedenken die spätern Berichte dieser hoch
angesehenen Korporation des Verbandes.
In der Verwerthung der wirthschaftlichen und sozialen
Ergebnisse der Geschichte des Stickereiverbandes im Allgemeinen ac ®ffļ aft
und für das Allgemeine sei zunächst mit ihren Fingerzeigen
in Bezug auf gewerbliche und industrielle Bernfsgenossenschaften
begonnen. Der springende Punkt in dieser Beziehung ist,
daß alle Erfolge, welche der Verband errungen hat, auf der
organischen Vereinigung aller Jnteressentengruppen zu einem
Ganzen basirem und daß es nur einer solchen Vereini-