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ihnen benötigten Rohmaterials überwinden können. Man darf
jedoch nicht zu optimistisch über die heute so viel berufene »An
passungsfähigkeit« der Industrie denken, da die zur Ueberwin-
dung von Preissteigerungen des benötigten Materials notwendigen
technischen Fortschritte zur Verwirklichung eine »Zeitdauer« be
anspruchen und sich obendrein natürlich nicht bis ins Unendliche
fortsetzen lassen.
Wir gehen zum Schlüsse unserer Ausführungen über, in
welchem wir noch die wirtschaftliche Organisationsform der
aus den geschilderten Entwickelungstendenzen hervorgegangenen
weniger gewordenen konzentrierten technischen Betriebe im Werden
und Sein zu untersuchen haben. Wir beschränken uns hierbei
auf Rheinland-Westfalen. Denn im Saargebiet regiert tatsäch
lich nur ein Unternehmerwille: der des Fiskus. Er liefert den
Beweis für die Existenz des Staatskapitalismus, der in dem Staats
sozialismus seinen grössten Feind erblickt. Und wie so häufig,
so verwechseln auch hier die Anhänger der Verstaatlichung das
etwas theoretische »Ding an sich« mit seinen oft minder zu be-
grüssenden praktischen Erscheinungsformen: hier technischer, so
zialer und wirtschaftlicher Natur. Von der politischen Seite der
durch eine Verstaatlichung des Kohlenbergbaues dem Staate ge
gebenen Macht, auch bei grösster parlamentarischer Kontrolle,
noch ganz zu schweigen. Georg Gothein *) hat erst kürzlich in
einem Vortrage die Gefahren der Verstaatlichung des Kohlen
bergbaues wieder nach allen Seiten hin beleuchtet.
Wir berücksichtigen auch nicht Oberschlesien mit seinen
wenigen konzentrierten Betrieben. Diese wenigen Unternehmer
verstehen sich schon so, daher die relativ lockere Fügung der
oberschlesischen Kohlenkonvention.
Anders in Rheinland-Westfalen. Zum Verständnis der heu
tigen Zustände müssen wir die Geschichte zu Rate ziehen.
Unter dem Direktionsprinzipe regelte die Bergbehörde Pro
duktion und Preis: ihr überwiegend bürokratischer Unternehmer
wille regelte den technischen und wirtschaftlichen Betrieb 2 ). Die
der Zeit eines vorwiegend lokalen Marktes entsprechenden jähr
lichen Preistaxen sollten die natürlichen Verhältnisse, besonders
1) G. Gothein, Die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Berlin 1905. Volkswirt
schaftliche Zeitfragen.
2) Der Gewerke hatte nur Zubusse zu leisten oder Ausbeute zu empfangen.