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Capitel TIL
die einzelnen Güter oder Güterciuantitäten werden „ver
braucht“ resp. „abgenutzt“, oder „reproducirt“, oder
wechseln den Besitzer. Bas Kapital selbst dagegen
Aufzählung der verschiedenen „Güterklassen, in welchen das Ka
pital eines Landes vornehmlich bestehe“, gar keinen Sinn hat.
Man kann wohl die in einem Lande vorhandenen Kapitalien sum-
miren, oder wenigstens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung
über den Gesammtbetrag derselben an stellen, aber man kann nie
mals auf Grund des Augenscheines gewissermassen ein In
ventar darüber aufnehmen, weil eben der Werth nichts (un
mittelbar) sichtbares oder greifbares ist.
Ebenso beruht auch der bekannte Streit, ob Grundstücke als
„Kapitalien“ zu betrachten seien oder nicht, nur auf einer von
vornherein falsch gestellten Frage. Grundstücke sind weder „Ka
pitalien“, noch „keine Kapitalien“, sondern einfach eine Kapital
anlage, wenigstens da, wo der Grund und Boden nicht „gebunden*,
sondern eine Waare ist, oder einen Preis hat. In England pflegt
dies letztere nur zum geringsten Theil der Fall zu sein. Und
daraus erklärt es sich auch, warum die englische Theorie den
Grund und Boden nicht als eine Kapitalanlage behandelt, sondern
vielmehr dem Kapital als eine eigene Erwerbs- oder Ertragsquelle
gegenübergestellt hat, eine Auffassung, die denn auch die meisten
deutschen Oekonomisten fehlerhafterweise adoptirt haben. Es hängt
damit auch die bekannte Grundrententheorie Ricardos zusammen,
denn der Fehler an dieser Theorie besteht in letzter Instanz ein
fach darin, dass sie den Kapitalwerth des Grund und Bodens oder
m. a. W. die simple Thatsache ganz ausser Acht lässt, dass, wenn
der fruchtbarere Boden eine grössere Einnahme liefert als der un
fruchtbarere, der erstere dem entsprechend auch verhältnissmässig
theurer ist als der letztere.