Object: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

200 v. Über Theorien der wirtschaftlichen Entwicklung der Völker, 
Ich habe nun Büchers Lohnwerkstheorie in meinem Auf- 
sat „Die historische Stellung des Lohnwerks“, der zuerst in der 
Z. f. Soz.- u. W.G. 5 (1897), S. 225 ff. erschienen und dann 
mit einigen Änderungen in meinem Buch „Territorium und Stadt 
S. 321 ff. von neuem veröffentlicht ist!), widerlegt. Die Ant- 
wort, die er darauf in dem Vorwort zur zweiten Auflage seiner 
„Entstehung der Volkswirtschaft“" gibt, haben wir schon kennen 
gelernt (s. oben S. 23). Er behauptet, daß ich (ebenso wie Eduard 
Meyer) ihn mißverstanden habe, und daß er durchaus im Rechte 
sei. Dieser Standpunkt hält ihn jedoch nicht ab, Änderungen 
an dem Text der ersten Auflage vorzunehmen. Es ist eine kleine, 
aber mächtige Korrektur, die er mir zugesteht. Während wir in 
der ersten Auflage S. 101 lasen: „Die Materiallieferung durch 
den Besteller herrscht fast bei allen mittelalterlichen Handwerken 
vor“, sind in der zweiten S. 147 die Wörtchen „herrscht vor" 
durch „findet sich" erseßkt. Wenn Bücher in dieser Weise auch 
in weiteren neuen Auflagen seines Buches, deren Erscheinen 
wir eifrig befördern wollen, fortfährt, seine falschen Behaup- 
tungen auf unsern Widerspruch hin zurückzuziehen oder zu be- 
richtigen?), so werden wir zufrieden sein und nicht murren, falls 
er uns im Vorwort etwa wiederum Mißverständnis vorwirft. 
1) Ich habe hierfür allgemeine Zustunmung gefunden; s. z. B: 
Rachfahl, Zeitschr. f. Sozialw. 3, 596; Doren, Das Florentiner Zunft- 
wesen II, S. 130; v. Lösch, Kölner Zunfturkunden I, Einl. S. 24. 
Siehe ferner die Literatur unter Nr. V. Bekanntlich wird in 
manchen Zunftoronungen den Handwerktsmeistern das Lohnwertk 
untersagt. Techen, Hansisché Geschichtsblätter 1897, S. 89, erklärt 
diese Verbote nur aus dem Bestreben der Zünfte, ihre Mitglieder 
nicht von Händlern abhängig werden zu lassen. Diese Ertlärung 
ist einseitig. Zweifellos wollten die Zünfte damit die Selbständigkeit 
ihrer Mitglieder überhaupt, nicht bloß Händlern gegenüber, stärken. 
Aber eine große Rolle spielt das von Techen hervorgehobene Motiv 
gewiß, und Bücher hat es bei seiner Interpretation der betreffenden 
Urkunden nicht genügend gewürdigt. 
2) Im 4. Band derzweiten Auflage des Handwörterbuchs der Staats- 
wissenschaften hat im Artikel Gewerbe Bücher (S. 371) freilich den Sat: 
„Bisins 14.Jahrhundertsind diestädtischen Handwerker zum allergrößten 
Teile Lohnwerker“ stehen gelassen und weder Cd. Meyers, noch meine
	        
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